Die Säulen der Erde


Filmposter Die Säulen der ErdeRegie:
Drehbuch: ,
Darsteller: , ,

Laufzeit: 6:40 Stunden

Filmkritik zu “Die Säulen der Erde”

3/5 von Schindler

Man sieht dem Film an, wie niedrig sein Budget war. 40 Millionen Dollar für über sechs Stunden Mittelalter-Epos ist einfach zu wenig für verschiedene, authentische Burg- und Schlosskulissen oder zumindest gutes CGI. Auch an der Detailverliebtheit der Kostüme und der Opulentheit der Schlachtszenen wurde offensichtlich gespart. In den ersten 20 Minuten hatte ich noch das Gefühl, dass mich das stört, auch weil der Film ungünstigerweise bombastisch mit einem Schiffsunglück einsteigen will und man nicht umhin kann, ein Modell zu sehen und fünf Komparsen in einem Swimming-Pool. Nach gar nicht so langer Zeit aber zieht die Geschichte in ihren Bann. Und das liegt an verschiedenen Faktoren:

1. Es ist hier gelungen, eine Romanadaption zu machen, die eine gute Balance findet zwischen notwendiger Werktreue und filmischen Notwendigkeiten. Selbst mit 400 Minuten ist die Laufzeit noch zu Kurz um die Tiefe eines 1200 Seiten Romans zu erreichen. Die Storyline bleibt häufig an der Oberfläche, ein Ereignis folgt unmittelbar (manchmal ein bisschen zu hektisch) auf das andere, aber gerade dadurch gelingt es, die Spannung stets so hoch zu halten, dass man über Abstriche im Setdesign nicht nur gerne hinwegsieht, sondern sie ab einem gewissen Punkt gar nicht mehr bemerkt.

2. Die Figuren sind hervorragend besetzt. Und zwar durchweg. Eddie Redmayne,aktueller Oscar-Preisträger, in einer der Hauptrollen gibt seiner Figur die notwendige Vielschichtigkeit und spielt die Entwicklung über beinahe 30 Jahre hinweg glaubhaft. Gleiches gilt für Rufus Sewell als sein Ziehvater und Lehrmeister. Ian McShane spielt den Bischoff als einen verschlagenen Antagonisten, durchtrieben und böse. Zwar gibt es auch hier Szenen, in denen Verständnis für diese Figur geweckt werden soll, aber sie bleibt am meisten der tragenden Partien in einem Stereotyp verhaftet, was dem Film aber gar nicht mal schlecht tut. In den Nebenrollen strahlen Schauspieler wie Donald Sutherland.

3. Die Musik ist pathetisch. Ja. Aber sie passt und beeinflusst und macht Lust dranzubleiben.

4. Einen Hauch Game of Thrones hat es auch. Ziemlich unvorhersehen sterben plötzlich Hauptfiguren. Niemand ist sicher.

Es ist eine günstige Adaption des Bestsellers, aber (im Gegensatz zu der Fortsetzung “Tore der Welt”) durchaus eine, bei der man mal einen Blick riskieren kann!

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