Die Gärtnerin von Versailles


Filmposter: Die Gärtnerin von VersaillesRegie:
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Kinostart D: (FSK 6)
Kinostart US: (R)
Originaltitel: A Little Chaos
Laufzeit: 1:57 Stunden

Filmkritik zu “Die Gärtnerin von Versailles”

1.5/5 von Schindler

Der Originaltitel “A Little Chaos” fasst eigentlich ganz gut zusammen, worum es in diesem Film geht. Da wären zunächst neue Formen des Gartenbaus. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. (gespielt von Alan Rickman) wünscht sich einen Park in Versailles, so schön und speziell, wie er noch nie dagewesen ist. Da trifft es sich gut, dass die Gärtnerin Sabine De Barra (Kate Winslet) viele frische Ideen hat und die allgegenwärtige Ordnung und Struktur in den Pflanzungen auflösen möchte. Das gefällt Chef-Gärtner LeNotre erst einmal gar nicht, steht er doch genau für diese Prinzipien. Doch aus der anfänglichen Ablehnung entwickelt sich schnell ein Gefühlschaos, sowohl auf die Frau als auch auf ihre Pläne bezogen. Und auch die Psyche des Königs wird erschüttert, als seine Frau unerwartet stirbt. Alles gerät ein bisschen aus den Fugen.

Unweigerlich wird dieses Werk gesehen als der Schlusspunkt des Gesamtwerkes eines allgemein unbestritten großen Künstlers. Vor allem als Schauspieler ist er vielen sehr gut bekannt und wurde von vielen sehr geschätzt. Bei diesem Film spielt er nun in einer großen Rolle mit und hat auch noch selbst Regie geführt und das Drehbuch geschrieben. Man wünscht sich so sehr, dass es ein berührender, bewegender Film geworden ist, der nahe geht und in dem große Schauspielkunst zu erleben ist. Tatsächlich aber bleibt das Drehbuch sehr oberflächlich und auch die Bilder, die für Tiefe sorgen sollen wirken sehr bemüht. Selbst die eigentlich immer genialen SchaupielerInnen Winslet und Rickman kommen hier nicht zu gewohnter Form. Im Falle der erst genannten wirkt es, als könne sie mit Drehbuch und Projekt nicht besonders viel anfangen. Vielleicht als hätte sie die Rolle, die irgendwo zwischen Selfmate-Power-Frau, Sensibilchen und Verführerin hin und her springt, nur angenommen, um dem Regisseur einen Gefallen zu tun. Weil es sein großer Wunsch war. Rickman gestaltet seinen Sonnenkönig kühl und distanziert, ein Rollenprofil, das er eigentlich beherrscht und für das er bewundert wird. Aber weil die Einstellungen, in denen er zu sehen ist, genau so statisch sind wie er selbst, kann sich die Wirkung kaum entfalten. Zudem hat er leider Sätze zu sprechen, die auch in der Verfilmung eines schlechteren Groschenromans vorkommen könnten.

Überhaupt ist alles an diesem Film verzwickt und vorhersehbar wie in einer Seifenoper. Die Hauptfigur arbeitet ein Trauma auf (das sie in schöner Regelmäßigkeit mit Flash-Backs überfällt), findet die große Liebe (nachdem die beiden sich anfangs noch angezickt haben), die Intrige der Noch-Ehefrau des männlichen Love-Interests scheitert (aber ihr wird verziehen, da sie sich letztlich nur selbst ins Abseits gestellt hat) und der König darf feststellen, als er durch Zufall die Gärtnerin trifft und sie ihn nicht erkennt, dass er auch immernoch ein ganz gewöhnlicher Mensch ist, unter den edlen Gewändern und der Perücke. Unter allem liegt das Spiel eines Streicherorchesters, immer. Unmöglich zu vergessen, wie poetisch und bewegend diese Geschichte doch ist. Bis zum viel zu schnellen, plötzlichen Happy-End, in dem alle Probleme plötzlich wie weggewischt sind.

So sehr man diesen Film mögen möchte, so sehr ist es doch (leider, leider, leider) nur ein völlig belangloser Kostümfilm, der ziemlich konturlos bleibt, in dem nahezu alles austauschbar ist und so etwas wie ein Spannungsbogen eigentlich nicht existiert. Ein paar Punkte gibt es trotzdem, weil Alan Rickman, Kate Winslet und Stanley Tucci auch dann noch gute Schauspieler sind, wenn sie ihre Bestform nicht erreichen. Und weil einige Aufnahmen einfach schön sind.

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