Der Vater meiner besten Freundin


Filmposter: Der Vater meiner besten FreundinRegie: ,
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Kinostart US:
Originaltitel: Un moment d'égarement
Laufzeit: 1:45 Stunden

Filmkritik zu “Der Vater meiner besten Freundin”

3.5/5 von Schindler

Ja, der Film ist nicht viel mehr als eine leichter Sommerkomödie mit viel nackter Haut, vielen Klischees und vielen wunderschönen Landschaftsaufnahmen. Ja, der Film droht sich stellenweise zu verlieren in einer Beliebigkeit, gerade zu Beginn. Ja, der Film reizt einige Motive stärker aus, als es zielführend gewesen wäre.
Aber die allermeiste Zeit macht es wirklich Spaß ihn zu schauen.

Das liegt zum einen an den Schauspielern. Vincent Cassel und Ziemlich beste Freunde-Star Francois Cluzet sind ein Duo, das hervorragend harmoniert. Man nimmt ihnen die Verbindung, die zwischen ihnen behauptet wird, und die gemeinsame Geschichte problemlos ab. Man glaubt das dargestellte Respektverhältnis und spürt, dass zwischen den beiden die Chemie stimmt, sodass sich ein temporeiches und nuanciertes Spiel zwischen ihnen entfalten kann. Zudem gelingt es den beiden, ihre Figuren vielschichtiger erscheinen zu lassen, als es die Handlung erst einmal hergibt.
Ihre beiden Co-Darstellerinnen, wovon eine zum ersten Mal vor der Kamera stand, machen ebenfalls einen guten Job. Zwar gelingt Lola Le Lann als Lolita Louna nicht wirklich Mitgefühl für ihre unglücklich verliebte Figur zu wecken, ja nicht einmal dass der Zuschauer an diese naive Liebe glaubt. Es wirkt wie ein Spiel, was dort zwischen dem jungen Mädchen und dem reiferen Mann geschieht. Aber Le Lann ist sowohl als berechnende Verführerin als auch als kindliches, sehnsüchtiges Mädchen so charmant und niedlich, dass es auch eigentlich egal ist, was die genauen Motive ihrer Figur sind. Man mag ihre Louna, lächelt über das was sie tut und nimmt es einfach hin. Alice Isaaz als titelgebende beste Freundin widerum zeigt sehr differenziert die Enttäuschung einer jungen Frau über beide ihre engsten Bezugspersonen, ihre Mauer und die Risse darin.

Der Filmgenuss liegt aber auch an den gut geschriebenen Dialogen, die viel Raum lassen für Situationskomik – gerade in der zweiten Hälfte, in der das junge Mädchen immer wieder versucht, die Affäre öffentlich werden zu lassen, Laurent immer wieder verfolgt und immer wieder seine Nähe sucht, in der Hoffnung, dass doch irgendjemand merken muss, was da an erotischer Spannung in der Luft liegt – und sie dann nach einer kurzen Explosion endlich offiziell ein Paar sein können.
Aber das Drehbuch reißt neben den leichten Tönen auch immer wieder grundlegende Fragen des Lebens an: Lohnt es sich nicht um eine unmögliche Liebe zu kämpfen? Sollte man sich in einer Freundschaft wirklich alles sagen? Ist körperliche Gewalt in manchen Momenten nicht doch gerechtfertigt? Und natürlich: darf man mit dem Vater/mit der Mutter/mit dem Sohn oder mit der Tochter seines besten Freundes oder seiner besten Freundin schlafen? Gerade letzteres ist eine Frage, über die vermutlich kaum jemand bisher nachgedacht hat, weil man vermutlich eher nicht in die Verlegenheit kommen wird, das wirklich entscheiden zu müssen. Dennoch ein interessantes Gedankenspiel.

Nicht zuletzt ist der Film ästhetisch und akkustisch sehr ansprechend. Die Musik und die Landschaft ergänzen sich zu einem perfekten Rahmen für die teils überzeichneten und teils extrem präzisen Begegnungen zwischen den Charakeren. Die Insel wird als Ort etabliert, der Ausnahme, Abenteuer und Exzess herausfordert, aber gleichzeitg etwas sehr heimeliges hat.

Das alles macht “Der Vater meiner besten Freundin” nicht zu einem herausragenden Film, an den man sich in Jahren noch regelmäßig erinnern wird. Aber es ist eine der französischen Komödien, mit denen man schon seine Freude haben kann.

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