Company Men


Filmposter: Company MenRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , ,

Kinostart D: (FSK 12)
Kinostart US: (R)
Originaltitel: The Company Men
Laufzeit: 1:44 Stunden

Filmkritik zu “Company Men”

5/5 von Phil

Arbeitslosigkeit. Ein Thema, das wohl jeder aus dem hoffentlich nur ferneren Bekannten- und Familienkreis kennt. Und unangenehm is es jedem, man macht lieber einen Bogen drum herum.
Und nun gibt’s einen Film, der als zentrales Thema die Arbeitslosigkeit hat? Eine ziemliche Herausforderung, der sich John Wells als Drehbuchautor stellt. Doc das Ergebnis ist überraschend gut.

Der Film schafft es, mit einer schon bedrängenden Nüchternheit den Verlust des sicher geglaubten Arbeitsplatzes auf die Leinwand zu bannen. Nur sehr selten gibt es Musik im Hintergrund, der Zuschauer ist mit den Fakten alleingelassen, ganz ohne Pompös. Erst dadurch wird der Film erst richtig realistisch und bedrängend. Man wird sich selbst dem Wert des Arbeitsplatzes bewusst und auch dessen, wie schnell es zu Ende gehen kann – ganz unabhängig von menschlichen Faktoren: Statistisch ermittelt aufgrund von knallharten Fakten.
Relativ schnell wird auch eine weitere Auswirkung der Arbeitslosigkeit klar: Der komplette Verlust von Selbstwertgefühl und der krampfhafte Versuch, am bisher bekannten normalen Leben teilhaben zu wollen. Bewerbungskurse, Teilzeitarbeit und betriebliche Weiterbildung, die streng genommen nur Augenwischerei ist: Bobby Walker muss alle Stationen durchlaufen. Ben Affleck spielt die Rolle des Familienernähres um jeden Preis packend und ebenso wie die Story komplett unspektakulär zugleich.

Es ist ein sukzessiver Fall, wie es ihn wohl leider zu Tausenden gibt – doch das schwierige Thema ist ganz ohne Schmalz, ganz ohne Tränendrüse aufgetragen und sorgt so bei jedem, der sich seiner Lage bewusst ist, für eine Beklommenheit.
Dieser soziale wie wirtschaftliche Fall nimmt auch einen großen Teil des Films ein: Lehnt Bobby Walker anfangs noch Handlangerjobs recht arrogant ab, so muss er sich bald Gedanken machen, wie es in den kommenden Wochen weitergehen soll. Im Fokus stehen aber immer die Blicke, das Zwischenmenschliche, keine großen Worte oder orchestrale Klänge. Es ist erneut dieser trockene Realismus, der im Zuschauer mehr bewegt als die emotionalste Musik.

Doch die bewegendsten Momente stammen von Tommy Lee Jones und Chris Cooper, die ihre Rollen als Manager der obersten Ebene mit Affleck ebenbürtig spielen. Auch sie müssen sich mit Arbeitslosigkeit in ganz verschiedener Weise auseinandersetzen und bei ihnen ist der finanzielle und soziale Fall noch wesentlich tiefer als bei einem Standard-Manager wie Bobby Walker.
Der Monolog von Chris Cooper, als er eines Nachts vor dem Bürogebäude steht, ist ein zentraler Punkt im Film, dessen Wirkung definitv nicht ausbleibt.

In der Summe kann man ein solch sensibles Thema nicht besser umsetzen. Der Film greift die Arbeitslosigkeit mit der notwendigen Nüchternheit auf und schafft es gerade deswegen, nicht lächerlich zu wirken. Im Gegenteil: Der Film packt einen da, wo es einem ganz unrecht ist, und hinterlässt trotz positiver Aspekte den Zuschauer nachdenklich und bedrückt – und das nicht, weil einem das der Film soufflieren möchte, sondern weil der Film gerade heute mehr Aktualität und Brisanz hat als je zuvor.

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