Alles steht Kopf


Filmposter: Alles steht KopfRegie: ,
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Darsteller: , , ,

Kinostart D:
Kinostart US: (PG)
Originaltitel: Inside Out
Laufzeit: 1:35 Stunden

Filmkritik zu “Alles steht Kopf”

5/5 von Phil

Beim ersten Schauen war ich vom Film nicht besonders begeistert: Die Idee, den einzelnen Emotionen die Figuren Freude, Kummer, Ekel, Wut und Angst zuzuordnen empfand ich schon als sehr unterhaltsam. Doch irgendwann rutscht der Film in ein Abenteuer ab, das ausschließlich im Kopf spielt. Das Zusammenspiel mit Riley, in deren Kopf sich die Figuren befinden, sozusagen die Sicht von außen: Das fehlte mir.
Doch gut, dass man Filme zwei Mal sehen kann.

Was für ein Kunstwerk von Film: Ich bleibe weiterhin dabei, dass die fünf Emotionen weiterhin einen ganz innovativen Faktor darstellen. Sie schaffen es, lustig und doch auch ernst die verschiedensten Emotionen eines Menschen auszudrücken. Am Emotionsmischpult steht meistens Freude – Riley ist glücklich. Doch häufig genug übernimmt Kummer das Pult – und Riley fühlt sich traurig und allein gelassen. Es ist geradezu zum Niederknien, wie die Emotionen des Menschen hier dargestellt werden.
Der Grundplot, dass man sich als junges Kind aus der gewohnten Umgebung herausgerissen fühlt und dann nicht besonders freudig ist, kennt wohl jeder. Riley muss nach San Fransisco ziehen und ihren Freundeskreis hinter sich lassen. Genau das ist es, was den Film so zugänglich macht: Jeder kann die ganzen Emotionen nachvollziehen und selbst, wenn es nicht der Umzug ist, so gibt es viele weitere Ankerpunkte, womit jeder Zuschauer etwas anfangen kann. Ich weiß nicht, wo ich es hörte, aber Alles steht Kopf wurde mal mit Boyhood verglichen – und so abwegig ist die Analogie nicht: Beide Filme berühren den Zuschauer, weil sie das normale Leben erzählen. Nur, dass dieser Film auch den Blick nach innen ermöglicht.

Womit wir beim Kritikpunkt der Erstsichtung sind: Der Blick nach innen, ohne nach draußen zu gehen, die Reise in das Erinnerungslager von Riley – all das war mir zu sehr auf Abenteuer getrimmt: Der Film wurde seinem Anspruch, ein Zusammenspiel von innen und außen zu zeigen, nicht gerecht. Doch gerade die Zweitsichtung bestätigt das Boyhood-Feeling: Hier gibt es vieles, was wir auch aus der Vergangenheit oder auch dem aktuellen Leben kennen. Erinnerungen werden vergessen, wie weggesaugt. Alte Freunde verblassen, alte Inseln brechen in sich zusammen.
Auch die Erkenntnis, dass es nicht nur Erinnerungen von Freude geben kann, ist wohl nie bildlich treffender getroffen worden.

Der Film kennzeichnet eine Wende im Leben eines Jeden und die Erinnerung an diese Zeit ist es, was den Film in der zweiten Ebene so wertvoll macht: Die Kleinen unter uns sehen lustige Figuren ein Abenteuer erleben, doch erst der junge Erwachsene erkennt den tiefen und begnadenswerten Sinn des Films.
Am Ende wird ein neues Mischpult eingebaut – es gibt einen neuen Knopf, den keiner zuordnen kann. “Ist wohl nicht so wichtig” ist die lapidare Einschätzung. Wie sehr man daneben liegen kann – ich freue mich auf den Moment, wo der Knopf gedrückt wird

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