Pan’s Labyrinth

panslabyrinth_l200610171727.jpgOriginaltitel: El Laberinto del fauno
Herkunftsland/Jahr: Mexiko, Spanien, USA, 2006
Länge: 108 Minuten
Kinostart: 22. Februrar 2007
DVD-Start: 30. Juli 2007
Regie: Guillermo del Toro
Drehbuch: Guillermo del Toro
Darsteller: Ivana Baquero, Sergi López, Maribel Verdú
Genre: Fantasy-Drama
Für Freunde von: The Cell, Das Labyrinth
Offizielle WebseiteIMDBTrailer

Andys

Inhalt:

Spanien, 1944 – die zwölfjährige Ofelia zieht mit ihrer Mutter Carmen zu ihrem “neuen Vater”. Capitan Vidal ist ein Offizier der spanischen Armee, der von einem abgeschiedenen Gutshof aus aufständische Partisanen jagt. An Carmen interessiert Vidal nur eines: der ungeborene Sohn, der schon vor der Geburt seine durch und durch spanische Brust vor Stolz anschwellen lässt. Seine Verachtung geht sogar soweit, dass die Ärzte im Notfall nur um das Leben des Sohnes kämpfen sollen – nicht aber und das der Mutter. In dieser lieblosen Welt, fernab jeglicher Gesellschaft, zieht sich Ofeila in ihre Fantasiewelt zurück. In der Nähe des Hofes entdeckt sie einen mystischen Torbogen, der den Eingang zu einem ebenso mysteriösen Labyrinth bildet. Auf einem nächtlichen Streifzug lernt sie dort das Fabelwesen Pan kennen, das ihr einige interessante Begebenheiten offenbart. So ist Ofelia angeblich eine Prinzessin, die sehr lange ihres Königreiches beraubt wurde und ein Dasein als schlichtes Mädchen fristen musste. Um sich jedoch als wahre Prinzessin zu beweisen, muss Ofelia drei Prüfungen bestehen, mit denen Pan sie beauftragt. Zu allem Unglück findet sich noch heraus, dass die Haushälterin von Captain Vidal die Schwester es Partisanen-Anführers ist.

andi1.jpegAndy:

“Pan’s Labyrinth” ist mit Sicherheit ein Film, auf den man sich einlassen muss, weil er dem Zuschauer einiges abverlangt. Es mag für manchen sehr befremdlich sein diesen Mix aus “Kriegs-” und “Märchen-Film” ernst zu nehmen. Wobei beides nicht wirklich zutrifft. “Pan’s Labyrinth” ist kein Kriegsfilm, dennoch geht es um den Kampf der Armee gegen Partisanen, der teilweise in sehr drastischen Bildern umgesetzt wird. Das ein oder andere Mal neigt man schon zum Wegsehen angesichts der Grausamkeit. Der Anblick von Feen und metergroßen Fantasie-Fröschen wirkt da natürlich erstmal ein wenig befremdlich. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und kommt zu einem überraschenden aber dennoch versöhnlichen Schluss.

Vielerorts wird die fantastische Optik des Filmes gelobt. Sicherlich sehen die meisten Fabelwesen wirklich sehr gelungen aus, abgesehen mal von dem Giganten-Frosch, der mehr nach tschechischer Flimmerstunde aussah. Wesentlich mehr als die Optik ist mir persönlich jedoch die hervorragende Soundkulisse aufgefallen. Gleich in den ersten Szenen, zur Einführung des brutalen Capitan Vidal wird durch das betont knarzige Geräusch seiner Lederhandschuhe bei mir die Assoziation zum “uniformiert-bösen” hergestellt. Dielenfußböden knarren wunderbar, der Spaziergang auf dem Waldboden wird durch den Sound erst richtig erlebbar, ebenso wie der auf das Laub prasselnde Regen. Und selbst die Geräusche von Patronen, die durch Menschenfleisch geschossen werden, bekommen in diesem Film eine selten gekannte Intensität.

Natürlich ist diese Gratwanderung zwischen Kriegs-Drama und Märchen ein Spagat, an dem vermutlich einige Zuschauer scheitern werden. Doch wer sich die Mühe macht den Film so zu nehmen wie er nun mal ist, der kann neben einigen gut verpackten Parabeln knappe zwei Stunden Erlebnis-Kino sehen, das zurecht mit drei Oscars prämiert wurde.

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