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Filmkritiken der Woche – 32. KW
Geschrieben von andreas am 11. August 2007 unter Film || keine Kommentare

Ein neues Feature in unserem Blog: die wöchentliche Filmkritiken-Zusammenfassung. Wie bereits geschrieben werden unsere Kritiken nicht mehr in diesem Blog erscheinen, sondern verlinkt werden. Hier der erste Schwung. Wem das nicht reicht, der wirft einen Blick in unser großes Verzeichnis, das momentan auf den neuesten Stand gebracht wird.
Perfect Creature (Andy)
Transformers (Andy)
Severance (Andy)
28 Weeks Later (Olly)
Fast Food Nation (Olly)
Schräger als Fiktion (Olly)
Clerks II (Olly)
Die Liebe in mir (Phil [Audio])
Born To Be Wild
Geschrieben von andreas am 03. August 2007 unter Film || Ein Kommentar
Originaltitel: Wild Hogs
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 19. April 2007
DVD-Start: 23. August 2007
Regie: Walt Becker
Drehbuch: Brad Copeland
Darsteller: Tim Allen, John Travolta, William H. Macy, Martin Lawrence, Ray Liotta
Genre: Komödie, Road-Movie
Für Freunde von: Auf dem Highway ist die Hölle los, Little Miss Sunshine
Offizielle Webseite – IMDB – Trailer
Andys 
Inhalt:
„Gesettled“ sein ist toll: man hat ein sicheres Umfeld, ein eingerichtetes Leben im Kreise seiner Liebsten, einen sicheren Job und keinerlei Ängste. Leider auch keinerlei „Kick“. Grund genug für vier von Selbstzweifeln gezeichnete Männer, sich mal wieder auf den Bock zu setzen und per Motorrad durch die Staaten zu zuckeln. Grenzenlose Freiheit eben.
So haben sich das Dough (Tim Allen), Woody (John Travolta), Bobby (Martin Lawrence) und Dudley (William H. Macy) jedenfalls gedacht. Einfach mal raus aus dem heimischen Trott, das Abenteuer spüren und frei sein. Gegen alle Einwände der Ehefrauen machen sich die vier Freunde aus Collegezeiten noch einmal mit den Motorrädern auf den Weg an die Westküste.
Jeder hat seinen eigenen Grund für den Road-Trip: Dough will sich vor seinem Sohn ein wenig Respekt erarbeiten, der ihn für eine ziemliche Flachzange hält. Woody wurde von seinem berühmten Bikini-Model verlassen und ist vollkommen Blank – warum also bleiben? Bobby hat nach einem Jahr Urlaub zwecks Buchschreibens keine Lust wieder in seinen alten Job als Klempner zu wechseln – hat die Rechnung aber ohne seine dominante Frau gemacht. Und, tja…Dudley ist der schüchterne, unsichere Mitläufer, der vor Beginn der Tour allen stolz sein auftätowiertes Apple-Logo präsentiert – ein Nerd wie er im Buche steht.
Natürlich fährt das „Quartett Infernale“ von einer Schwierigkeit in die nächste: werden sie zuerst nur von einem sextollen Ranger verfolgt, der das Biker-Trüppchen für einen Club homosexueller Naturliebhaber hält, haben sie kurze Zeit später eine ganze Motorrad-Gang am Hals. Auf der Flucht landen sie in einem Wüstenkaff im amerikanischen Mittelwesten und müssen feststellen, dass auch die Einwohner von den Motorrad-Rowdies terrorisiert werden. Können vier alternde Herren die Rettung für das kleine Städtchen Madrid sein?
Andy:
“Saumäßig unterwegs” ist eine lustige und teils sogar spannende Parodie auf „das große Biker-Lebensgefühl“. Die vier Hauptdarsteller entsprechen so absolut gar nicht dem Bild des cruisenden Bikers, das man aus Filmen wie „Easy Rider“ her kennt. Und sogar den harten Kerlen wird im Lauf des Films jede Coolness aberkannt, können sie ihr tolles Selbstbild doch nur dadurch aufrecht erhalten, dass sie anderen Furcht und Schrecken einjagen. Gekrönt wird der Film durch einen kurzen Auftritt des echten Easy Riders Peter Fonda.
Gekonnt nehmen die vier Hauptdarsteller sich selbst auf die Schippe, hadern mit den unvermeidlichen Alterserscheinungen und stehen teils vorzüglich unter der Fuchtel ihrer Frauen.
Viel Tiefgang wird bei diesem Film vermutlich kaum ein potenzieller Zuschauer vermuten, aber als Komödie funktioniert das Ganze ausgezeichnet. Vielleicht nicht gerade Kino-Pflicht, aber für einen lustigen DVD-Abend allemal geeignet.
Pan’s Labyrinth
Geschrieben von andreas am 03. August 2007 unter Film || keine Kommentare
Originaltitel: El Laberinto del fauno
Herkunftsland/Jahr: Mexiko, Spanien, USA, 2006
Länge: 108 Minuten
Kinostart: 22. Februrar 2007
DVD-Start: 30. Juli 2007
Regie: Guillermo del Toro
Drehbuch: Guillermo del Toro
Darsteller: Ivana Baquero, Sergi López, Maribel Verdú
Genre: Fantasy-Drama
Für Freunde von: The Cell, Das Labyrinth
Offizielle Webseite – IMDB – Trailer
Andys 
Inhalt:
Spanien, 1944 – die zwölfjährige Ofelia zieht mit ihrer Mutter Carmen zu ihrem “neuen Vater”. Capitan Vidal ist ein Offizier der spanischen Armee, der von einem abgeschiedenen Gutshof aus aufständische Partisanen jagt. An Carmen interessiert Vidal nur eines: der ungeborene Sohn, der schon vor der Geburt seine durch und durch spanische Brust vor Stolz anschwellen lässt. Seine Verachtung geht sogar soweit, dass die Ärzte im Notfall nur um das Leben des Sohnes kämpfen sollen – nicht aber und das der Mutter. In dieser lieblosen Welt, fernab jeglicher Gesellschaft, zieht sich Ofeila in ihre Fantasiewelt zurück. In der Nähe des Hofes entdeckt sie einen mystischen Torbogen, der den Eingang zu einem ebenso mysteriösen Labyrinth bildet. Auf einem nächtlichen Streifzug lernt sie dort das Fabelwesen Pan kennen, das ihr einige interessante Begebenheiten offenbart. So ist Ofelia angeblich eine Prinzessin, die sehr lange ihres Königreiches beraubt wurde und ein Dasein als schlichtes Mädchen fristen musste. Um sich jedoch als wahre Prinzessin zu beweisen, muss Ofelia drei Prüfungen bestehen, mit denen Pan sie beauftragt. Zu allem Unglück findet sich noch heraus, dass die Haushälterin von Captain Vidal die Schwester es Partisanen-Anführers ist.
Andy:
“Pan’s Labyrinth” ist mit Sicherheit ein Film, auf den man sich einlassen muss, weil er dem Zuschauer einiges abverlangt. Es mag für manchen sehr befremdlich sein diesen Mix aus “Kriegs-” und “Märchen-Film” ernst zu nehmen. Wobei beides nicht wirklich zutrifft. “Pan’s Labyrinth” ist kein Kriegsfilm, dennoch geht es um den Kampf der Armee gegen Partisanen, der teilweise in sehr drastischen Bildern umgesetzt wird. Das ein oder andere Mal neigt man schon zum Wegsehen angesichts der Grausamkeit. Der Anblick von Feen und metergroßen Fantasie-Fröschen wirkt da natürlich erstmal ein wenig befremdlich. Die Geschichte ist spannend aufgebaut und kommt zu einem überraschenden aber dennoch versöhnlichen Schluss.
Vielerorts wird die fantastische Optik des Filmes gelobt. Sicherlich sehen die meisten Fabelwesen wirklich sehr gelungen aus, abgesehen mal von dem Giganten-Frosch, der mehr nach tschechischer Flimmerstunde aussah. Wesentlich mehr als die Optik ist mir persönlich jedoch die hervorragende Soundkulisse aufgefallen. Gleich in den ersten Szenen, zur Einführung des brutalen Capitan Vidal wird durch das betont knarzige Geräusch seiner Lederhandschuhe bei mir die Assoziation zum “uniformiert-bösen” hergestellt. Dielenfußböden knarren wunderbar, der Spaziergang auf dem Waldboden wird durch den Sound erst richtig erlebbar, ebenso wie der auf das Laub prasselnde Regen. Und selbst die Geräusche von Patronen, die durch Menschenfleisch geschossen werden, bekommen in diesem Film eine selten gekannte Intensität.
Natürlich ist diese Gratwanderung zwischen Kriegs-Drama und Märchen ein Spagat, an dem vermutlich einige Zuschauer scheitern werden. Doch wer sich die Mühe macht den Film so zu nehmen wie er nun mal ist, der kann neben einigen gut verpackten Parabeln knappe zwei Stunden Erlebnis-Kino sehen, das zurecht mit drei Oscars prämiert wurde.
Babel
Geschrieben von andreas am 03. August 2007 unter Film || keine Kommentare
Originaltitel: Babel
Herkunftsland/Jahr: Frankreich, USA, Mexiko, 2006
Länge: 143 Minuten
Kinostart: 21. Dezember 2006
Regie: Alejandro González Iñárritu
Drehbuch: Guillermo Arriaga
Darsteller: Brad Bitt, Cate Blanchett, Mohamed Akhzam, Peter Wright
Genre: Drama
Für Freunde von: L.A. Crash, 11:14
Offizielle Webseite – IMDB – Trailer
Andys 
Inhalt:
Auf wundersame Weise verknüpft dieser Film das Schicksal verschiedener Menschen in Marokko, Mexiko und Japan. In der marokkanischen Wüste hüten zwei Jungen eine Herde Schafe. Um sich gegen streunernde Schakale zur Wehr setzen zu können, hat ihnen ihr Vater ein Gewehr mitgegeben. Im brüderlichen Schieß-Wettstreit kommt es zu einem verhängnisvollen Unfall: bei einer Schießübung auf einen Reisebus wir die Touristin Susan (Cate Blanchett) verletzt. Obwohl es mit ihrer Ehe nicht zum besten steht, reißt sich ihr Mann Richard (Brad Pitt) fast ein Bein aus, um für sie Hilfe aufzutreiben.
Zu Hause in San Diego hütet Nanny Amelia in beiden Kinder des Touristen-Paares. Da die Hochzeit ihres Sohnes in Mexiko ansteht, sie aber keine Vertretung finden kann, nimmt sie die beiden Kinder mit über die Grenze.
In Tokyo erleben wir das taubstumme Teenie-Girl Chieko, das sich von seiner Umwelt abgelehnt und ungeliebt fühlt. Auf Teufel komm raus versucht sie die Aufmerksamkeit der Jungs auf sich zu ziehen, um in ihrer Clique – einem Taubstummen-Volleyball-Team – nicht als Versagerin dazustehen.
Andy:
Ich habe ja schon den oscarprämierten “L.A. Crash” sehr geliebt, in dem sich verschiedene Handlungen nach und nach zu einer gemeinsamen Geschichte verknüpfen. Und dieser Film ist ähnlich, aber dennoch komplett anders. Ein einziges Ereignis beeinflusst das Leben von Menschen in den verschiedensten Teilen der Welt. Sehr interessant sind die krassen Wechsel zwischen dem hochzeitfeiernden Mexiko, dem neonleuchtend-schnellebigen Tokio und der einsamen Wüste Marokkos. Drei Orte, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten werden hier meisterhaft in einer einzigen Geschichte untergebracht.
Wenn ich den Film mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es sicherlich “intensiv”. Dieser Film ist intensiv wie in der letzten Zeit kaum ein anderer. Zum einen sicherlich dadurch, dass viel mit der “Original-Sprache” gearbeitet wurde: Mexikaner sprechen spanisch, Marokkaner arabisch und Japaner eben japanisch. Nur die wenigen Dialoge der Amerikaner kommen ohne Untertitel aus.
Auch sonst ist der Film eine echte Wohltat für Auge und Ohr: er nimmt sich Zeit, zeigt die Personen auch gern in einer schon fast indiskreten Nahaufnahme, fesselt dann wieder durch die Landschaftsaufnahmen Marokkos oder schnell geschnittenen Bildern des pulsierenden Tokio.
Selbst der meist etwas oberflächlich wirkende Brad Pitt spielt in diesem Film so eindringlich, dass ich wieder mal ganz nah am Wasser bauen musste. Thank you for that!
28 Weeks Later
Geschrieben von andreas am 02. August 2007 unter Film || keine Kommentare
Originaltitel: 28 Weeks Later
Herkunftsland/Jahr: England, 2007
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 30. August 2007
Regie: Juan Carlos Fresnadillo
Drehbuch: Rowan Joffe, Juan Carlos Fresnadillo, Jesus Olmo, Enrique Lopez Lavigne
Darsteller: Robert Carlyle, Rosy Byrne, Jeremy Renner, Imogen Poots
Genre: Horror
Für Freunde von: 28 Days Later, Dawn Of The Dead
Offizielle Webseite – IMDB – Trailer
Andys 
Inhalt:
Nachdem in „28 Days later“ ein Killervirus aus den Bewohnern Englands blutrünstige Bestien gemacht hat, beginnt im Nachfolger „28 Weeks later“ die Wiederansiedlung der geflohenen Briten in London. Die US-Armee hat den Stadtteil Canary Wharf hermetisch abgeriegelt und gibt den Briten im ehemaligen Bankenviertel eine neue Bleibe. Doch es kommt, wie es kommen muss: durch einen Zufall bricht das Virus wieder aus. Nachdem die Situation vollkommen aus dem Ruder gelaufen ist, läuten die US-Generäle „Code Red“ ein: die Vernichtung jeglichen Lebens innerhalb der Sperrzone.
Frisch in der alten Heimat angekommen, machen sich die beiden Teenager Tammy und Andy auf die Flucht vor der Massenvernichtung. Begleitet werden sie von der Army-Medizinerin Scarlett und dem Scharfschützen Doyle. Gemeinsam suchen sie ein Schlupfloch, um dem sicheren Tod zu entkommen. Nur um zu merken, dass außerhalb der Schutzzone durch ebenfalls flüchtende Virus-Träger auch eine tödliche Gefahr besteht.
Andy:
Während die englische Fachpresse voll des Lobes war, zeigte sich das deutsche Publikum nach der ersten Aufführung wesentlich skeptischer. Bemängelt wurden vor allem einige Logikfehler, unsinnige Handlungen und der teilweise Verzicht auf Realitätsnähe. Doch gerade in diesem Punkt muss ich widersprechen. Zwar bieten die kritisierten Punkte tatsächlich eine große Angriffsfläche (genauere Details ersparen wir der Spoiler-Freiheit wegen), aber im großen und ganzen zeichnet der Film meiner Meinung nach schon ein sehr realitätsnahes Bild eines zusammengebrochenen England.
Luftaufnahmen von menschenleeren Londoner Straßenschluchten wirken ebenso bedrückend wie US-Panzer in der Nähe bekannter Wahrzeichen. In Sachen atmosphärische Dichte braucht „28 Weeks Later“ sich nicht hinter dem ebenso futuristisch-morbiden London aus „Children Of Men“ zu verstecken. Und hier sind wir auch schon bei dem Punkt, der mir an diesem Film eine ganze Menge Spaß gemacht hat: alles wirkt ziemlich echt. In vielen Situationen dachte ich mir „Genau so könnte es ablaufen.“ Neuankömmlinge wandern auf eine Quarantäne-Station, die nicht futuristisch, sondern real aussieht. Die Umsetzung von „Code Red“ wird in ihrer ganzen Konsequenz detailliert gezeigt – inklusive Sniper-Angriffen auf Hilflose, Napalm-Bombardements und Giftgaswolken rund um Piccadilly Circus. Auch wenn die Hintergrundgeschichte eines Killer-Virus mit Tollwut-Charakter etwas weit hergeholt ist: die Reaktionen auf den Ausbruch einer Seuche wirken real und sorgen für den besonderen Thrill.
Kameratechnisch ist die ganze Hatz sehr gut in Szene gesetzt. Von vielen bemängelt, von mir gelobt: in wirklich actiongeladenen Szenen, in denen die Infizierten wüten, bekommen wir meist nur unscharfe Handkamera-Bilder zu sehen. Ich für meinen Teil finde es gut, dass hier nicht wie etwa in „Hostel“ oder „Saw“ knallhart draufgehalten wird, sondern man das Grauen meist nur aus dem Augenwinkel sieht und sich den Rest selbst denken kann. Blut fließt zudem zuhauf, so dass die barbarischen Angriffe doch gut in Szene gesetzt sind. Außerdem gibt es einige Szenen, in denen der Zuschauer praktisch durch das Zielfernrohr eines Snipers oder durch ein Nachtsichtgerät schaut. Interessante Einstellungen, die dem Film sehr dienlich sind.
Schauspielerisch wird dem Cast nicht wirklich Großes abverlangt, entsprechend sollte man keine Heldentaten erwarten. Die beiden Teens füllen ihre Rolle zwar aus, Zeit für Tiefgang oder gar charakterliche Entwicklung bleibt jedoch nicht. Auch die anderen Charaktere sind halt da, aber nicht wirklich präsent. Einzig Robert Carlyle hat einige wirklich gute Szenen. Sei es drum: in einem Action-Reißer wie diesem erwarte ich keinen furios aufspielenden Sean Connery.
Untermalt wird das ganze Endzeit-Epos von einem düsteren Soundtrack, der von Muse beigesteuert wurde. Ich meine mich jedoch zu erinnern, dass die musikalische Untermalung in der englischen Version etwas auffälliger und abwechslungsreicher war (der „Soundtrack“ zum Trailer war furios, fehlt aber leider im Film selbst).
Wer über kleine Logikfehler hinwegsehen kann und sich gerne auf ein in seiner Gesamtheit durchaus vorstellbares „Was passiert, wenn…“-Szenario einlässt, der bekommt mit „28 Weeks Later“ einen Film, der atmosphärisch sehr dicht ist und viele Spannungsmomente birgt. Meinem Empfinden nach war er besser als der erste Teil, welcher zum Ende hin deutlich abgeflacht ist.


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