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Nowhere Boy – BluRay-Review & Filmkritik
Geschrieben von andreas am 15. Mai 2011 unter Filmkritiken || keine Kommentare

In der Sneak habe ich diesen englischen Film leider verpasst. Schade, denn die Kritiken der Hannoverschen Sneaker fielen großteils positiv aus. Doch zum Glück hat Kollege Phil mir nun kurz vor Erscheinen der DVD/BluRay ein Rezensionsexemplar zukommen lassen. Hier also ein recht exklusives Review.
Veröffentlichung: 20.05.2011
© 2011 Senator Home Entertainment (senator.de/nowhere_boy)
mit freundlicher Unterstützung von Senator Home Entertainment / Panorama Entertainment
Story:
John (Aaron Johnson, “Kickass”) wächst in den 50er Jahren bei seiner Tante (Kristin Scott Thomas) in Liverpool auf. Durch einen Schulfreund bekommt er Kontakt zu seiner leiblichen Mutter (Anne-Maria Duff), die ein locker-unbeschwertes Leben pflegt und deren ganze Leidenschaft dieser neuen Musikrichtung namens “Rock’n'Roll” gilt. Bei ihren heimlichen Treffen lernt John nicht nur ebenfalls diese Musik lieben; er bekommt von seiner Mutter auch erste Lektionen im Banjo-Spielen. Mit der Schule steht John seit eh und je auf Kriegsfuß, so dass sein schicksalhafter Entschluss schnell feststeht: er will Rockstar werden. Beim Zusammenstellen seiner ersten Band lernt er den jüngeren, aber sehr talentierten Paul kennen. John und Paul – das kennen wir doch? Richtig! Es geht um John Lennon und Paul McCartney.
Filmkritik:
Zugegeben, anfangs benötigt der Film ein wenig Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Die ersten Szenen wirken sehr plakativ, wenn auch teils gut auf den Punkt gebracht. Man bekommt schnell ein Gefühl dafür, in welchen Verhältnissen eines der größten Musik-Genies unserer Zeit aufgewachsen ist. Liverpool war eine reinrassige, unprätentiöse Arbeiterstadt – nicht zuletzt erkennbar am manchmal schwer verständlichen Dialekt der englischen Tonspur. Alles in allem macht die erste Viertelstunde den Eindruck, als wenn einfach zu viel Informationen in zu wenig Spielzeit gepresst wurden. Zum Glück gibt sich das im Lauf der Zeit, der Erzählfluss wird ruhiger. So nimmt sich der Film auf der einen Seite gerne die Freiheit, einer wichtigen Szene die nötige Zeit zu geben, auf der anderen Seite haben mir aber vor allem die Einstellungen gefallen, die meist nur wenige Sekunden andauerten und ohne große Dialoge auskamen, damit aber manchmal umso mehr aussagten. Man bekommt das Gefühl, dass Regisseurin Sam Taylor-Wood bei ihrem Spielfilm-Debüt erst ein wenig warm laufen musste. Dafür macht sie zum Ende hin dann wirklich alles richtig.
Um eines klar zu sagen: wer ein Biopic über John Lennon erwartet, angereichert mit viel Musik von den Beatles, der könnte enttäuscht werden. “Nowhere Boy” spielt vor dem großen Beatles-Hype und auch vor den inzwischen legendären Auftritten der Pilzköpfe im Hamburger Star-Club. Es zeigt sich aber schnell, dass auch der Lebensabschnitt vor dem Ruhm und Erfolg einen eigenen Film wert ist. Dreh- und Angelpunkt des Filmes ist weniger die musikalische Entwicklung Lennons, sondern vielmehr die Dreiecksbeziehung zwischen ihm, seiner Tante und seiner leiblichen Mutter. Das Familiendrama, das sich daraus entwickelt hat mich am Ende eiskalt erwischt, gepackt und tief berührt.

Was die Darsteller angeht hatte ich von Anfang an ein Problem mit dem Wiedererkennungswert der Beatles. Aaron Johnson sieht nur in seinen besten Momenten ansatzweise aus wie John Lennon. Thomas Brodie Sangster, dem als kleinem rothaarigen Kid in “Tatsächlich…Liebe” meine ganze Sympathie galt, ist inzwischen zwar in die Pubertät gekommen – aussehen wie der junge Paul McCartney tut er trotzdem noch lange nicht. Doch Aussehen ist hier weniger wichtig, denn die schauspielerische Leistung stimmt beim gesamten Cast. Allen voran Kristin Scott Thomas (unvergessen in “So viele Jahre liebe ich dich”), die anfangs als erzkonservativer Eisklotz das Musterbeispiel der “bösen Stiefmutter” ist, sich im Lauf des Films aber mehr und mehr die Sympathie des Publikums erspielt. Durch ihr ausgezeichnetes Spiel bekommt man ein gutes Gefühl für jene Frau, die vor lauter Besorgnis und britischer Etikette nicht über ihren eigenen Schatten springen kann. Auch Anne-Maria Duff als Johns leibliche Mutter spielt grandios auf. Sie stellt glaubwürdig eine Frau dar, deren Intellekt nicht gerade ihre herausragendste Eigenschaft ist, die aber in Sachen Musik viele Talente hat und die besondere Eigenschaft, andere mit ihrer Passion anszustecken.
Alles in allem ist “Nowhere Boy” ein sehenswertes Familiendrama, das den Namen John Lennon nicht unbedingt gebraucht hätte. Diese Coming-Of-Age-Geschichte hätte auch mit einem “Noname-Boy” funktioniert. Anfängliche Schwächen macht spätestens das anrührende Finale allemal wieder wett.
Zur BluRay:
Die Bildqualität ist BluRay-üblich herausragend, wenn auch der Film nur selten die Möglichkeit gibt, die Vorteile von Full HD voll auszuspielen. Dennoch konnte mich das haarscharfe und detaillierte Bild durchweg überzeugen.
Bonusmaterial:
Schade, da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Die BluRay bietet lediglich ein knapp 10-minütiges Making-Of, in dem jeder Beteiligte gerade mal die Möglichkeit hat, zwei bis drei Sätze zum Dreh zu sagen. Da hätte ich mir dann schon ein paar tiefere Einblicke in die Entstehung des Werks gewünscht. Sowohl was den Entstehungsprozess angeht als auch die Intentionen der Darsteller und ihre Ausarbeitung der Rollen kommt leider ein wenig kurz.
Zusätzlich zum Making-Of werden noch zwei Deleted Scenes als Bonus angeboten, die immerhin so sehenswert sind, dass sich einem unweigerlich die Frage stellt, warum sie es nicht in den fertigen Film geschafft haben. Mit seinen 93 Minuten Laufzeit hätten die paar Minuten die Geduld des Zuschauers auch nicht überstrapaziert.
Nur weil ein Film John Lennon als Hauptperson hat muss man sicherlich kein Beatles-Best-Of als Bonus bringen, angereichert mit “unveröffentlichten Live-Aufnahmen”. Aber gerade wenn ein Film diese weithin unbekannte Seite Lennons erkundet, jene Zeit vor dem großen Durchbruch, dann hätte ich mir vielleicht zumindest eine kurze Dokumentation mit Jugendfotos und vielleicht kurzen Interviews mit Jugendfreunden gewünscht. So hätte der Zuschauer die Möglichkeit, das im Film gezeigte Bild von Lennon anhand von Zeitzeugen genau zu justieren.
Nichtsdestotrotz ist “Nowhere Man” ein Film, den ich durchweg empfehlen kann. Darstellerleistung und die zweite Hälfte sind die Sichtung auf jeden Fall wert.
Arthur – Filmkritik
Geschrieben von andreas am 02. Mai 2011 unter Filmkritiken || keine Kommentare

Arthur (Russell Brand) ist stinkreich und trotz seiner geschätzten 30 Jahre irgendwie noch im Pubertätsalter hängen geblieben. Gesellschaftliche Konventionen interessieren ihn ebenso wenig wie Fahrverbote bei hohem Promillepegel. Seine erfolgreiche Mutter hat ihn schon sehr früh in die Obhut einer Nanny (Helen Mirren) gegeben, die nun schon seit Jahrzehnten versucht den Temperamentsbolzen in Zaum zu halten. Als Arthur einmal mehr über die Stränge schlägt, stellt ihm seine Mutter ein Ultimatum. Er soll die karriereverwöhnte Tochter (Jennifer Garner) eines Geschäftspartners (Nick Nolte) heiraten. Tut er das nicht, wird ihm der Zugriff auf die unzähligen Millionen Dollar verwehrt. Kaum gibt sich Arthur diesem Druck geschlagen, verliebt er sich in die bettelarme Touristenführerin Naomi (Greta Gerwig). Was nun? Den Rest, bitte…
Der Nerdtalk-Wanderzirkus
Geschrieben von andreas am 01. Mai 2011 unter Featured, Film || keine Kommentare

Kostenlose Filme sind ja immer gut – nur leider nicht immer legal. Daher haben wir eine besondere Aktion ins Leben gerufen:
Den Nerdtalk-Wanderzirkus!
Wir möchten deutschen Amateurfilmern die Möglichkeit geben, ihre Werke bekannter zu machen und sich Feedback einzuholen.
Daher unser Deal: Wir schicken Euch kostenlos einen Film. Es gibt nur zwei kleine Bedingungen:
- Bitte schickt uns nach Ansicht des Films eine kurze Rezension. 3 Sätze reichen aus – gerne aber auch mehr.

- Ihr müsstet Euch bereit erklären die DVD dann an den nächsten Interessenten weiterzusenden. Somit entstehen Euch also Portokosten, im Normalfall von 1,45 €
Dafür seht Ihr einen Film, den nicht jeder kennt. Und so mancher Independent-Film entpuppt sich als wahre Filmperle. Lasst Euch überraschen.
Den Anfang macht die Science-Fiction-Komödie “Apparatspott – Dat mokt wie gistern“. In dem Film, der komplett auf plattdeutsch abgedreht wurde, geht es um das Thema Zeitreisen und was dabei alles schief gehen kann. Mit dabei sind unter anderem Sabine Bulthaup und Dietmar Wischmeyer, bekannt als Frieda & Anneliese vom legendären ffn Frühstyxradio.
Besprochen wurde der Film in epischer Breite in Nerdtalk Episode 197.
Wer mitmachen will, der schicke einfach eine Mail mit der eigenen Anschrift an wanderzirkus@nerdtalk.de.
Fast & Furious Five – Filmkritik
Geschrieben von andreas am 01. Mai 2011 unter Filmkritiken || keine Kommentare

Dominic (Vin Diesel) und Brian (Paul Walker) hat es nach Rio verschlagen. Als bei einem Überfall auf einen Zug mehrere Marshalls getötet werden, stehen die beiden schnell unter Verdacht und tauchen in den Favelas unter. Als meistgesuchte Verbrecher des Landes träumen sie davon, an irgendeinem versteckten Winkel der Welt einen Neuanfang zu machen. Doch es fehlt das nötige Geld. Wie gut, dass ein höchst unsympathischer Politiker davon 100 Millionen US-Dollar zuviel hat. Dom und Brian stellen ein Team zusammen und entwickeln einen verwegenen Plan. Den Rest, bitte…
TV-Tipps vom 28.04. – 04.05.2011
Geschrieben von andreas am 27. April 2011 unter TV-Tipps || keine Kommentare

Und auch diese Woche ist es wieder mal an mir die “Praktikumsvertretung” für Lars zu machen. Hier also wieder ein paar meiner persönlichen Favoriten der kommenden Fernsehwoche.
Donnerstag, 28.04.2011
“Godsend”, 22:35 Uhr, VOX: Ist schon ziemlich lange auf meiner Must-See-Liste. Robert DeNiro als skrupelloser Wissenschaftler, der einem Ehepaar den verstorbenen Sohn zurück ins Leben klonen will. Dass da natürlich was bei schief läuft, versteht sich von selbst. Sicherlich kein echter Kracher, aber immer noch besser ein ein Prinz-William-Spielfilm auf SuperRTL.
Freitag, 29.04.2011
“Scream 3″, 22:25 Uhr, RTL 2: In Anbetracht der Tatsache, dass der vierte Teil schon in den Startlöchern steht und demnächst bei uns im Kino anläuft – hier die Gelegenheit sich noch mal den Vorgänger in Erinnerung zu rufen.
“Die Klasse”, 23:15 Uhr, WDR: Ich bin durchaus ein Freund von französischen Dramen. Dieses hier klingt sehenswert. Leider habe ich es im Kno verpasst. Es geht um einen Lehrer, der seiner 7. Klasse nicht gewachsen ist und sich eines Tages zu einer folgenreichen Äußerung einer Schülerin gegenüber hinreißen lässt. Nach der Hochglanz-Hochzeit der Engländer also ein Problemfall-Drama der Franzosen. ![]()
Samstag, 30.04.2011
“Sommer vorm Balkon”, 23:15 Uhr, rbb: auch die Deutschen können Problemfilme. So wie in dieser Tragikkomödie, in der die Tragik überwiegt. Nadja Uhl spielt eine überforderte und perspektivlose Altenpflegerin, Inka Friedrich ihre beste Freundin, die alleinerziehend ist. Als ein Mann in ihr Leben tritt, gerät die Freundschaft in Gefahr – der Abstieg in den Alkoholismus droht.
“Gegen die Wand”, 23:35, einsfestival: Für alle, die ihn letzte Woche trotz meiner Empfehlung verpasst haben, hier eine zweite Chance.
Sonntag, 01.05.2011
“The Dark Knight”, 20:15 Uhr, Pro7: einer meiner absoluten Lieblingsfilme der vergangenen Dekade! Heath Ledger brilliert und lässt als Joker den eigentlichen Hauptdarsteller (immerhin mein Lieblingsdarsteller Christian Bale!) ziemlich alt aussehen. Finsteres Superhelden-Epos mit fesselnden Action-Szenen und sogar einem in solchen Filmen eher seltenen Tiefgang.
“Heat”, 22:40 Uhr, kabel 1: Robert DeNiro meets Al Pacino, inszeniert von Michael Mann. Nuff said!
“Solino”, 0:05 Uhr, ARD: Kann man bei einem Film von 2002 schon von einem “Frühwerk” sprechen? Ja? Okay, dann ist “Solino” ein Frühwerk meines liebsten deutschen Regisseurs Fatih Akin, in dem ebenfalls zwei meiner Lieblinge mitspielen: Moritz Bleibtreu und Barnaby Metschurat. Sie spielen ein italienisches Bruderpaar, das gemeinsam mit seinen Eltern als Gastarbeite Mitte der 60er nach Deutschland kommt und mit der nicht ganz so glänzenden Situation zurande kommen muss. Mal melancholisch, mal ernst, mal lustig. Eine ausgewogene Mischung mit Tiefgang.
Montag, 02.05.2011
“Platoon”, 22:30 Uhr, kabel 1: Oliver Stones Vietnam-Drama, in dem ein Charlie Sheen in Höchstform aufspielt – weit vor der Zeit, in der er nur noch durch Drogenbeichten und andere Skandale Aufsehen erregen konnte.
“My Blueberry Nights”, 23:30 Uhr, hr: erst vor wenigen Episoden bei uns durch Lars vorgestellt, der ihn als sehr sehenswert einstuft. Erzählt die Geschichte einer Frau, die auf ihren Reisen immer neuen Menschen begegnet. Okay, das ist sehr grob zusammengefasst. Hört mal lieber in die Folge 197 rein.
Dienstag, 03.05.2011
“Creep”, 22:25 Uhr, TELE 5: Franka Potente in einer internationalen Produktion unter der Regie von Christopher Smith (sehr sehenswert auch sein “Severance”). Potente spielt eine Frau, die nachts allein in der U-Bahn eingesperrt ist und feststellen muss, dass sie nicht allein ist. Hat einige wirklich spannende Momente.
Mittwoch, 04.05.2011
“Signs – Zeichen”, 20:15 Uhr, kabel 1: Ein Film aus der Zeit, in der M. Night Shyamalan (“The Sixth Sense”) noch gute Filme gemacht hat. Okay, über “Signs” kann man sich sicherlich auch schon streiten. Ich zumindest fand ihn nicht schlecht. Mel Gibson spielt einen Farmer, der sich auf seinem abgeschieden liegenden Hof mit Kindern verbarrikadiert, weil draußen Aliens die Gegend unsicher machen. Shyamalan baut eine sehr gute Spannung auf, die Atmosphäre stimmt.



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