Knight and Day – Filmkritik

Die patente Automechanikerin June (Cameron Diaz) lernt auf dem Flug zur Hochzeit ihrer Schwester den chramanten Roy (Tom Cruise) kennen. Als dieser während des Fluges alle Passagiere und die Piloten tötet, schwant June nichts Gutes. Und tatsächlich ist Roy ein augenscheinlich durchgebrannter Geheimagent, der nun nicht nur von seinen ehemaligen Kollegen verfolgt wird, sondern auch noch einige Probleme mit einem südamerikanischen Waffenhändler zu haben scheint. Ehe sie es sich versieht, ist June seine Geisel und mittendrin in einer atemberaubenden Verfolgungsjagd rund um die Welt.

Um es gleich vorweg zu sagen: wer Tom Cruise wegen seines Privatlebens ablehnt, wird ihn auch durch diesen Film nicht lieben lernen. Auch wenn ich seine Tätigkeiten für Scientology strikt ablehne, so muss ich ihm doch zugestehen, dass er ein durchaus guter Schauspieler ist, der vor allem auch im Action-Fach etwa in der „Mission: Impossible“-Reihe oder „Minority Report“ zu glänzen wusste. Cameron Diaz war bei „Charlie’s Angels“ immer mein Lieblings-Engel, weil sie auf der einen Seite so mädchenhaft naiv, auf der anderen Seite aber auch so knallhart zuschlagend sein konnte. Man merkt: in der Action-Komödie „Knight and Day“ haben sich zwei gesucht und gefunden. Schon von Beginn an merkt man, dass Cruise/Diaz als Haudrauf-Pärchen gut funktionieren.
Nach seinem furiosen Auftritt in „Tropic Thunder“ als mediengeiler Filmproduzent Les Grosman tut es gut, Cruise auch in einem Action-Film auf die komödiantische Art zu erleben. Dass er sich hier selbst ein wenig auf die Schippe nimmt, bringt ihm zumindest bei mir ein paar Sympathiepunkte ein. Highlight war für mich jedoch zu jedem Zeitpunkt Cameron Diaz: sie hat die besseren Gags, die besseren Onelinen und vor allem die besseren Gesichtsausdrücke. Von vorne bis hinten ist sie das „All-American-Girl“, das jeder mag und mit dem jeder mitleidet.
Doch was den Film noch vielmehr auszeichnet als der stimmige Cast sind vor allem die passgenauen Effekte. An jeder Ecke kracht und böllert es, Autos wirbeln durch die Luft, Flugzeuge legen sich mit Trucks an, Motorräder mit wilden Stieren. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Actionfilmen hat der Zuschauer hier jederzeit den Überblick. Das Auge fühlt sich nicht überfordert, sondern kommt bei der Schlagzahl der Effekte gut hinterher, um viele kleine Details würdigen zu können.
Klar: „Knight and Day“ ist kein aufsehenerregender Geniestreich, an den man sich in zig Jahren noch erinnern wird. Dafür ist auch die Handlung etwas zu flach. Auch wenn es ein stimmiges Grundgerüst gibt – letztlich merkt man schnell, dass der Plot einfach nur dazu da ist, die ganzen atemberaubenden Kampfszenen und Verfolgungsjadgen zu einem Ganzen zusammenzufügen. Wer sich also von allzu hohen Erwartungen ebenso frei machen kann wie von dem kritisierenswerten Privatleben des Herrn Cruise, der bekommt hier eine actiongeladene Komödie, die sich zumindest vor Filmen wie „Charlie’s Angels“ nicht zu verstecken braucht.
Durchschnittliche Bewertung von "Knight and Day" bei 1 Bewertung: 7/10 Sternchen
Geschrieben von andreas am 28. Juli 2010 unter Filmkritiken || keine Kommentare

