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Carriers – Filmkritik

Carriers – Filmkritik

Eine Zukunftsvision der düsteren Art: ein hochansteckender Virus hat fast die gesamte Bevölkerung dezimiert. Die beiden Brüder Danny und Brian Green versuchen sich mit zwei Freundinnen zu einem abgelegenen Fischerort durchzuschlagen, an dem sie hoffen, Schutz vor der Ansteckung zu finden. Doch der Weg ist lang, beschwerlich und hält einige Überraschungen bereit.

Das nenne ich mal eine Überraschung! Der spannende Trailer ließ seinerzeit in mir Assoziationen an blutrünstige „Virus-Filme“ wie „The Crazies“ oder „28 Weeks Later“ aufkommen – doch weit gefehlt. So wie es aussieht wurden für den Trailer tatsächlich die wenigen actiongeladenen Szenen gekonnt zusammengeschnitten und erweckten so einen falschen Eindruck. Anstatt wie so viele andere Filme sich der bloßen Gewalt hinzugeben, der Angst, in jedem Moment von einem blutrünstigen Verseuchten angesprungen zu werden, spielt „Carriers“ vielmehr mit der Angst vor einer Infektion. Und da diese nicht nur durch Bisse und Blutübertragung, sondern allein schon über das Einatmen verseuchter Luft geschehen kann, ist die Angst allgegenwärtig, ohne dass immer gleich ein brachialer Gewaltakt erwartet wird.

Natürlich hat auch „Carriers“ einige spannende Stellen, in denen das Quartett dunkle und vereinsamte Räumlichkeiten erkundet. Viel interessanter wird der Film jedoch spätestens dann, als ein Akteur sich mit dem Virus infiziert und fortan Gefahr läuft, von seinen Freunden enttarnt und verstoßen zu werden. Der Film zeigt menschliche Reaktionen in einer absoluten Ausnahmesituation und hält sich so erfreulich fern vom blutigen Horror-Einerlei.

Klar: europäische Autorenfilmer hätten aus dem Setting sicherlich noch einiges mehr herausgeholt, hätten die Beweggründe der Charaktere noch mehr beleuchtet und alles noch einen Tick dialoglastiger gemacht. Für einen amerikanischen Film, der wie üblich mit aalglatten hübschen Darstellern (u. a. Neu-„Kirk“ Chris Pine) besetzt ist, bietet der Film doch sehr viel Abwechslung zum üblichen Horror-Kram.

Geschrieben von am 10. Juli 2010 unter Filmkritiken || keine Kommentare

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