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The Crazies – Filmkritik

Crazies

Dass der Mensch so einige Sauereien erfunden hat, die ihm mal zum Verhängnis werden können, sehen wir an der eigentlich immer aktuellen Atomstrom-Debatte ebenso wie in Filmen wie „28 Days Later“. Auch in „The Crazies“ ist der Mensch wieder mal Ursprung allen Übels.

Verseuchtes Grundwasser sorgt dafür, dass die Bewohner eines kleinen Wüstenkaffs einer dem anderen wahnsinnig werden. Während einige anfangs relativ harmlos mit dem Fahrrad sinnlos auf der Straße immer im Kreis fahren oder einen Satz stupide wiederholen, greifen so einige auch zu Waffen. Das gefällt dem Dorf-Sheriff David Dutton natürlich gar nicht. Als dann auch noch das Militär auftaucht und das gesamte Dorf in eine riesige Quarantäne-Staion stecken will, geht es Sheriff Dutton entschieden zu weit.

Um es mal im Fachjargon zu sagen: das Genre Horror ist in den letzten Jahren ziemlich ausgeblutet. Der letzte wirklich innovative Film für das Massenpublikum war sicherlich „Saw“, „Pandorum“ blieb einige wirklich schöne neue Ideen schuldig und Filme wie „So finster die Nacht“ erreichen nur ein Nischenpublikum. „The Crazies“ erfindet dementsprechend den Horrorfilm nicht neu (wie auch? Ist ja selbst ein Remake…), kann aber in der Fülle der vorherrschenden Gewalt-Porn-Filme a la „Hostel“ doch Akzente setzen.

Regisseur Breck Eisner schafft es, dem Film eine sehr dichte Atmosphäre einzuhauchen. Natürlich sind die Horror-Pfade nach wie vor recht ausgetreten, aber immerhin sind einige Szenen so unberechenbar wie die Verrückten selbst. Die Akteure rennen nicht so offensichtlich ins eigene Verderben wie in vielen anderen Filmen der Marke „Scream“ & Co. Zwar gab es für meinen Geschmack einige Stellen, an denen es mit der Suspense ein wenig übertrieben wurde; Stellen, in denen die Spannung länger als eigentlich nötig aufrecht erhalten wurde – im Gesamtbild des Films fällt diese kleine Schwachstelle aber nicht wirklich auf.

Positiv fällt hingegen auf, dass der Film sich nicht dem allgemeinen Trend hingibt. Während andere Filme anscheinend immer detaillierter zeigen müssen, wie man unschuldige Menschen filetiert (wer glaubt „Hostel 2“ war das Ende der Fahnenstange, der werfe einen Blick auf den Trailer zu “The Human Centipede…), hält sich die dargestellte Gewalt bei „The Crazies“ in hinnehmbaren Grenzen. Gewalt wird nicht um ihrer selbst Willen gezeigt, sondern dient tatsächlich in den meisten Fällen dem Vorantreiben der Handlung. Auch die an einigen Stellen aufgebrachten moralischen Denkanstöße heben den Film von der breiten Masse an Horror-Filmen ab.

Fazit: wer den Film „28 Weeks Later“ wegen seiner bedrückenden Grundstimmung mochte, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

Geschrieben von am 06. Juni 2010 unter Film, Filmkritiken || 2 Kommentare

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2 Responses

  1. MOK sagt:

    Der Film kann Akzente setzen? Ein HorrerSlasherDumpfbackenMetzgerfilm der Akzente setzt… sorry ausser diverser Ekelattacken wird da nix “gesetzt”.

    Wie muss der Kinogänger gestrickt sein, um in diesem ätzenden Streifen etwas zu finden, das von vergleichbaren HorrerSlasherDumpfbackenMetzgerfilmen “abhebt”?

    Jedem Tierchen sein Plaisierchen und um Akzente zu setzen bedarf es mehr – finde ich.

  2. Andreas sagt:

    Tja, das sehe ich eben ein wenig anders. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen des Genres, seien es jetzt so erfolgreiche Serien wie “Saw” oder (zurecht) so erfolglose Horror-Schinken wie “Ruinen” fand ich schon, dass hier die Handlung im Mittelpunkt stand und nicht die bloße Darstellung von roher Gewalt.

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