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Filmkritik “Wickie und die starken Männer”

Filmkritik “Wickie und die starken Männer”

Inhalt:
Wer kennt Wickie nicht? Der schlaue Wikingerjunge, der anstatt mit Muskelkraft die Probleme mit Köpfchen löst und damit seinem ganzen Stamm voraus ist. Michael “Bully” Herbig hat nun eine Realverfilmung veröffentlicht, in der Fans Wikie in Fleich und Blut sehen können.
Nach einem feuchtfröhlichen Fest aufgrund der unglaublichen Beute, die die Wikinger gemacht haben, sind auf einmal alle Kinder des Dorfes weg. Es stellt sich heraus, dass der böse Pirat Pokka die Kinder entführt hat: Denn nur ein Kind, das nie gelogen hat, kann die Fanfare der Geister blasen, um so den sagenumwobenen Schatz einer Insel ans Tageslicht zu befördern. Aber das lässt sich der Wikingerstamm nicht auf sich sitzen und reist den Piraten hinterher. Im Gepäck: Wickie, denn er konnte den Piraten entgehen – und seinen klugen Kopf können die Wikinger gut gebrauchen.

philkritik-thumb.jpgPhils Kritik:
Waren “Schuh des Manitu” und “Traumschiff Surprise” noch ganz nette Filmchen, so begann der Abstieg der HerbX-Produktionen mit “Prinzessin Lissi” oder “Hui Buh”.
Wickie schafft es, den tendenziellen flachen Humor der Vorgänger zu unterbieten und so alle Sympathiepunkte zu verspielen.

Man erwartet keine Quantensprünge von Bully – wer ihn aus der Bullyparade kennt, wird darum trauern. Der Film hangelt sich von Gag zu Gag, aber ohne besonders zum Lachen zu animieren. Die Figuren sind mehr als stereotyp und die Szenerie merkbar konstruiert. Die Fans mögen nun sagen, dass Wickie eine detailverliebte Umsetzung der Zeichentrickserie sei. Ich habe Wickie aber als mutigen Jungen in Erinnerung, der viele Abenteuer erlebt, anstatt im flachen Humor zu ersaufen. Es gibt einige Stellen, die auch mich zum Lachen brachten, aber dies auch nur aufgrund ihrer absolut abwegig flachen Art (Stichwort geöffnete Fenster auf Schiff).
Irgendwie fiebert man mehr aufs Ende zu als mit Wickie mitzufiebern: Die Geschichte ist linear wie ein Highway durch die Steppe in den USA, vorausschaubar wie vom obersten Aussichtskorb aus. Keine Überraschungen, nicht einmal im Kleinen. Überrascht haben Auftritte einiger deutscher Schauspieler, die als solche in ihrer Wikingertracht nur schwer zu erkennen waren. Aber wenn das Drehbuch nicht stimmt, hätte auch ein George Clooney nichts retten können.

In der Summe ist der Film enttäuschend, aber genauso enttäuschend ist es, zu sehen, was aus dem ehemalig guten Komiker geworden ist: Ein Tarzan, der sich von schlechtem Witz zu schlechtem Witz hangelt, ohne zu schauen, ob die Liane den eigenen Ansprüchen genügt.

Durchschnittliche Bewertung von "“Wickie und die starken Männer”" bei 1 Bewertung: 4/10 Sternchen

Geschrieben von am 03. Oktober 2009 unter Filmkritiken || 1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. kinogänger sagt:

    Dem kann ich nur zustimmen.
    Ich wußte anfangs nicht ob es mutig ist, oder Wahnwitz das Thema überghaupt in Angriff zu nehmen und die Verantwortung auf sich zu nehmen vielen einen Kindheitstraum zu nehmen.
    Naja was soll, man kennt den Herbig und kurz entschlossen wird eben genau das getan. Der Sellout läuft auch gut und startete schon vor dem Film mit einer verblödeten Castingshow bei der jeder der Jury-Schnacker mal ran durfte.

    Nun zurück zum Film: Mein kleiner – und großer Wickiefan (6) war total abgenervt vor dier eigenartig reinplazierten Person, dem Reporter. Gespielt von Bully selbst. Den Szenen die wohl dazu dienen sollten den erwachsenen Begleitern etwas Unterghaltung zu bieten konnte er ebenso wenig abgewinnen.
    Alle sin allem war er unzufrieden mit dem Film und froh aus dem Kinoheraus zu sein.
    Nebenbei bemerkt – warum muß die Lautstärke in den Kinos seit einigen Jahren dem Lärmpegel eines Weltuntergangs entsprechen? Ich kenne viele nicht nur Kinder die total davon abgenervt sind und daher auch Kino nicht mehr besuchen. Und gerade Kinder sind da schnell sehr verschreckt, so auch in diesem Film.
    Lustig war da nicht wirklich viel – und liebe- und detailvoll gemacht, naja seh ich anders, ich hätte es Amerikaner (nur nicht Emmerich, aber der ist ja auch nicht wirklich Amerikaner) machen lassen, da wäre sicher mehr raus gekommen.

    Von mir bekäm er zwei Sterne, sehr enttäuschend, aber das nicht unerwartet.

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