Willkommen Filmfan!
Der wöchentliche Film-Schnack im Netz
Podcast, Kritiken, Tipps

Filmkritik: “Lang lebe Ned Divine”

Filmkritik: “Lang lebe Ned Divine”

Lotto-Millionäre haben es in der Regel richtig gut: sie bekommen einen Millionengewinn, ohne dass ihnen zu große öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird. In Deutschland zumindest hat es sich eingebürgert, dass bei den großen Jackpot-Knackern nur ihr Bundesland genannt wird. Aber wie ist das in einem kleinen Kaff in Irland?

Der Multimillionen-Jackpot der Irischen Lotterie ist geknackt und geht an… einen Lottospieler aus Tullymore! Klingt gut? Eigentlich schon. Nur, dass Tullymore eben keine Großstadt ist, sondern ein kleines, abgelegenes Dorf mit gerade mal 52 Einwohnern. Die beiden (sehr) alten Freunde Jackie O’Shea und Michael O’Sullivan fahnden nun nach dem Gewinner und lassen sich so einiges einfallen, um herauszubekommen, wer den Gewinn abgestaubt hat. Doch natürlich kommt alles ganz anders als erwartet und irgendwann spielt das komplette Dorf der Lottogesellschaft ein grandioses Schnippchen.

Andys Kritik: andykritik-thumb.jpg

Eher zufällig ist dieser Film im heimischen DVD-Player gelandet. Ein unbekannter Viedothekenbesucher hat ihn uns empfohlen. Frei nach dem Motto „Kost’ ja nix“ wurde er also mitgenommen und erwies sich als echter Glücksfall.

Zuallererst: die beiden Hauptdarsteller! Zwei betagte alte Herren, die trotz allem noch wahre Spitzbuben sind. Was die beiden aushecken ist mal gewagt, mal verrückt, aber zu jeder Zeit unterhaltsam. Für mich waren die beiden von Anfang an echte Sympathieträger, die den Film mächtig aufgewertet haben.

Auch das kleinkarierte eines irischen Dorfes wird im Film gut auf den Punkt gebracht. Alles ein wenig rauer, mürrischer, traditionsbewusster als anderswo. Hinzu noch ein paar fantastische Landschaftaufnahmen, die allerdings nur „nebenbei“ stattfinden. Auch das sorgt für ordentliche Sympathie bei mir.

Die Story an sich ist unterhaltsam. Was mich daran aber besonders begeisterte: ich hatte keinen Plan in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt (war vor allem überrascht, dass der namensgebende Ned Divine erst nach gut 30 Minuten erscheint). Und auch wenn die Story eher den Charme eines Ohnsorg-Theaterstücks hat: ich fand einige Szenen wirklich spannend. Hier und da ist es tatsächlich gelungen, mich an den Bildschirm zu fesseln.

Ein wenig zwiegespalten bin ich ja schon: so wirklich richtig gute Lacher bleibt der Film zwar schuldig, durch die allseits gemütliche, lustvolle Grundstimmung und die beiden Hauptdarsteller (und einige glänzend besetzte Nebenrollen) kann er dennoch ganz gut bei mir punkten. Ein netter Film für Zwischendurch ist es allemal.

Durchschnittliche Bewertung von "“Lang lebe Ned Divine”" bei 1 Bewertung: 7/10 Sternchen

Geschrieben von am 21. Juli 2009 unter Film, Filmkritiken || keine Kommentare

Kommentar hinterlassen

28 queries in 0,549 seconds.