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Filmkritik: “Nachts im Museum 2”

Filmkritik: “Nachts im Museum 2”

Inhalt:

Die Exponate des Natural History Museums in New York sind in Aufruhr. Der Grund: sie sollen in die unterirdischen Archive des gigantischen Smithsonian Museums in Washington überführt und dort eingelagert werden. Nicht allein genug damit, dass sie dort für ewig vor sich hinschlummern würden –die legendäre Goldplatte, die ihnen zu nächtlicher Stunde Leben einhaucht, soll in New York verbleiben. In dieser Situation kann nur noch einer helfen: EX-Wächter Larry, der sich inzwischen als Teleshopping-Anbieter selbständig gemacht hat. Doch ihm stellt sich der größenwahnsinnige Pharao Kahmunrah in den Weg, der mit Hilfe der Goldplatte seine allmächtige Armee aus dem Totenreich holen will.

Ich war vorgewarnt: der zweite Teil sollte im Gegensatz zum ersten nicht viel Neues bieten. Wie denn auch? An der grundsätzlichen Story hat sich nichts geändert: unzählige Exponate eines Museums werden zum Leben erweckt und sorgen für einen heiter-bunten Sturzflug durch die vergangenen Jahrhunderte. Dass hier mal keine Einbrecher, sondern ein alter Pharao als Gegner herhalten muss, ist vernachlässigbar. Immerhin: auch der zweite Teil zeigt, dass die Grundidee nach einem Film noch nicht komplett ausgereizt war.

Zu den altbekannten Exponaten kommen nun eben noch die Ausstellungsstücke des Smithsonian Museums. Alles zusammengemixt ergibt einen bunten Cocktail aus lustigen Situationen, der doch recht amüsant daher kommt. Zugegeben: ein Napoleon, der bei Anspielungen auf seine geringe Größe derbst aggressiv wird, ist keine wirkliche Neuerung. Eine durch das Museum hüpfende Skulptur von Jeff Koons hingegen war das Eintrittsgeld allein schon fast wert. Und wenn wackelköpfige Einstein-Figürchen auch noch von Hobbythek-Moderator Jean Pütz synchronisiert werden, dann gibt das noch ein paar Sympathiepunkte extra. Drei flatternde Liebes-Engelchen, die Liebeslieder per Beatbox neu intonieren kommen immer wieder gut an, auch wenn die Jonas-Brothers, die für sie als Vorbild herhalten mussten, hierzulande nicht wirklich bekannt sind.

Zu jeder Minute merkt man dem Film an, dass er mit sehr viel Liebe zum Detail gedreht wurde. In vielen Szenen sind ganz beiläufig im Hintergrund noch lustige Animationen eingebaut, so dass man den Film wohl mehrmals ansehen muss, um sie alle erfassen zu können.

Storytechnisch bietet der Film allerdings nichts wirklich Neues. Die Handlung ist sehr dünn und bietet keine Überraschungen. Ben Stiller wird ebenso wenig abverlangt wie Amy Adams. Geradezu erschrocken war ich über die Synchronstimme von Ricky Gervais, die so was von nicht passte. Geschenkt.

Wer also mal wieder einen Film sehen will, in dem viele kreative Ideen zu einem wilden Mix zusammengefügt werden und der darüber hinaus auch noch viel Liebe zum Detail beweist, der darf gerne zugreifen – solange er auf eine anspruchsvolle Story verzichten kann.

Spät, aber nicht zu spät habe ich nun auch den zweiten Teil der Museumskomödie nachgeholt.
Was waren die Kritiken mittelmäßig bis hin zu schlecht: Der Aine sagt, dass man sich im Film nur anhand der tollen Animationen erfreuen kann, denn Story und Wortwitz würden sich nicht vom ersten Teil unterscheiden. Der Andere sagt, dass der Film mit der schlechteste sei, den er gesehen hat, vor Allem die Liebesgeschichte sähe erzwungen und absolut affig aus.

Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass man sich besser eine eigene Meinung bildet.
Natürlich merkt man es den ersten Minuten an, dass hier mehr oder weniger krampfhaft versucht wird, einen weiteren Storybogen schlagen zu können. Aber glücklicherweise kommt der zweite Teil denn doch gut in Fahrt und tritt sein Nachfolge mit Würde an. Anstatt die Komik wie im ersten Teil aus der Unerfahrenheit Ben Stillers zu ziehen, basiert hier der Humor eher auf den neuen Figuren und dem trockenen, geradezu ironischen Unterton Stillers. Schließlich weiß er nun, wie er mit den lebenen Exponanten umzugehen hat. Und das tut er mit einem solchen Charme, dass es schwierig ist, nicht laut los zu lachen.
Die neu erfundenen Figuren sind allesamt kreativ gewählt, auch wenn bestimmte Figuren ihren Auftritt wohl nur des Auftritts wegen hatten (man erinnert sich an Oskar oder Darth Vader). Die Bösewichte sind mit Feingefühl ausgewählt und mit ihren Macken ausgestattet: Ein lispelner Pharao ist ebenso spaßig wie ein verdammt lässiger Al Capone. Aber auch das Drumherum ist liebevoll: Überall bewegt sich was, es springen Riesenluftballonhunde durch die Säle und selbst Bildergalerien sind animiert. Besonders die Interaktion mit den Bildern fasziniert und unterhält zugleich.

Man kann sich an dem Film nicht sattsehen: Er ist bunt, aber nicht zu bunt. Actionreich, aber kindgerecht. Mit Wortwitz für Kind und Erwachsenen ausgestattet. Mit einer kleinen Lovestory, die nie Überhand nimmt.
Ja, ich möchte sogar behaupten, dass mir dieser Film sogar besser gefallen hat als der erste. Schwierig, den Film schlecht zu finden.

Durchschnittliche Bewertung von "“Nachts im Museum 2”" bei 2 Bewertungen: 6.5/10 Sternchen

Geschrieben von am 28. Mai 2009 unter Film, Filmkritiken || 3 Kommentare

3 Responses

  1. [...] Filme My Bloody Valentine 3D Nachts im Museum 2 Obsessed Leg Dich nicht mit Zohan [...]

  2. Bärbel Neuhaus sagt:

    Deine Kritik finde ich überwiegend ok. Aber die Synchronstimme vom Museumsdirektor fand ich persönlich sehr gelungen und passend! Ich habe gelesen, das war die Stimme des Komikers Pocher oder Barth, so genau erinnere ich mich nicht mehr. Auf jeden Fall toll, fand ich!
    Gruss

  3. Andreas sagt:

    @Bärbel:
    Vielleicht bin ich einfach nur zu verwöhnt, weil ich die Originalstimme von Ricky Gervais kenne und die Synchronstimme so überhaupt nicht ähnlich war. Das macht wohl viel aus.

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