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Der Kreuzmörder – DVD- und Filmkritik mit Gewinnspiel

Geschrieben von am unter Filmkritiken, Gewinnspiele, Review || 3 Kommentare

Spanischsprachige Thriller und Horror-Filme sind oft dunkel und bedrückend. Rafael Lara macht mit ‘Der Kreuzmörder’ keine Ausnahme. Ob die Atmosphäre ausgereicht, um insgesamt zu fesseln? Vor dem offiziellen Start am 26.06. konnten wir bereits einen Blick auf die DVD werfen und uns packen lassen. Oder auch nicht?

QUICK FACTS

Kinostart: 2. März 2012 (Mexiko)
BluRay/DVD-Start: 26. Juni 2012

Regie: Rafael Lara

Originaltitel: El Quinto Mandamiento
Genre: Thriller
Laufzeit: 90 Minuten
Freigabe: FSK 18
Verleiher: Ascot Elite Home Entertainment

TRAILER


Story

In seiner Kindheit hatte Victor schwer unter einer streng religiösen Mutter und dem pädophilen Gemeindepfarrer zu leiden. Die Einflüsse haben ihn geprägt: Die Dämonen in seinem Kopf erwachen, wann immer er eine sündige junge Frau sieht. So muss er es sich zur Aufgabe machen, die Welt vor den Sünden des Fleisches zu bewahren und Sünde mit Tod zu bestrafen. Elf Opfer fallen bereits auf das Konto des ‘Kreuzmörders’ und Detective Garcia tappt mit seiner Polizei-Einheit noch im Dunkeln herum. Und am Boden von Alkoholflaschen.

Kritik

Der Film beginnt mit einem Monolog Victors. Direkt in die Kamera. Es geht um das Masturbieren und seine Jugend, um die Fittiche der wenig liebevollen Mutter und den pädophilen Pfarrers seiner Gemeinde, um Sünde und Erlösung.
Erst als Victor aufhört zu reden, wird dem Zuschauer bewusst, dass dieser Monolog nicht an ihn gerichtet war, sondern an Victors Opfer. Ein nacktes, gefesseltes Mädchen, aus dessen Blick wir ihn beobachtet haben.

Ein eindrucksvoller und verstörender Beginn für diesen Film, der zu weiten Strecken aus der Perspektive Victors erzählt wird. So macht Regisseur Rafael Lara direkt zu Anfang dem Zuschauer deutlich, wie krank und eigentlich hilfsbedürftig sein Protagonist ist.
Das Interessante daran, diese Geschichte aus der Sicht von Victor zu erzählen, liegt im Mitleid, das sich schnell für ihn einstellt. Ähnlich wie im Roman „Voyeur“ von Simon Beckett lassen sich die Motive und Kindheitstraumata nachvollziehen. Man wünscht sich nicht, dass das perverse Schwein endlich gefangen wird, sondern hofft, dass der arme junge Mann, den wir dort beobachten, therapeutische Hilfe bekommt, um von seinem fanatisch religiösen Auftrag erlöst zu werden.
Zwischendurch wechselt der Blick zu Detective Garcia, der mit einem Alkoholproblem zu kämpfen hat und unter dem Druck seines Vorgesetzten steht, den Mörder nach elf toten Mädchen endlich aufzuspüren.

So langweilig sich die Rolle des Garcia anhört, so blass und uninteressant bleibt sie auch im Film. In wenigen Dialogen wird kaum mehr über ihn erfahren als das, was uns das Klischee des Detective, der selber zu viele Probleme hat, bereits aus unzähligen anderen Filmen lehrt.
Das Problem des Films ist, dass diese Eindimensionalität sich durch sämtliche Charaktere und Handlungen zieht: Die oben beschriebene, an sich sehr spannende Erzählperspektive wird nicht in ihren Möglichkeiten genutzt, um wirklich eine packende Storyline zu entwickeln. Man versteht nach wenigen Szenen Victors Motive, die sich ebenso wie die Handlung bis zum Ende des Films nicht ändern.
Es findet also weder eine Entwicklung der Charaktere noch der Handlung statt. Der Film hat kein Ziel, auf das er hinausläuft, kein Problem, vor dem der Protagonist steht, außer seiner geistigen Krankheit, die sich wie gesagt nicht entwickelt, verändert, oder überhaupt glaubhaft im Vordergrund steht.

So tröpfeln die Ereignisse vor sich hin und spätestens nach der Hälfte der Laufzeit fehlt jede Motivation, noch auf das Ende zu warten – es spielt keine Rolle, was passieren wird, weil mit keinem der Charaktere eine Identifizierung stattfinden kann. Mangels eines wirklichen Helden, fehlt die hinreichende Auseinandersetzung mit dem kranken Geist Victors, um den Zuschauer tatsächlich auf seine Seite zu holen. Und Garcia ist sowieso bei weitem zu uninteressant dafür.
Im Endeffekt sind dem Zuschauer alle Personen gleichmäßig unwichtig.

Einen großen Beitrag dazu leisten jedoch auch die teilweise vollkommen überzogenen Monologe von Victor. Anstatt Spannung zu erzeugen, kommt bei den fortwährenden religiösen Rechtfertigungen und verworrenen Weltansichten sehr schnell Langeweile auf. Es macht keinen Spaß, bei ewigen Wiederholungen des bereits bekannten Problems zuzuhören, es ist schlichtweg uninteressant und unnötig für die Handlung.
Schuld an den mitunter unerträglichen Mono- und Dialogen ist allerdings zu Teilen die grauenhafte deutsche Synchronisation. Emotionslos und eintönig vorgetragen, geht viel der Wirkung des kranken Hauptcharakters verloren, wenn man es mit dem spanischen Original vergleicht.

Hinzu kommen große Logikprobleme in der Vorstellung der Charaktere, die im Widerspruch zu einigen später im Film vorkommenden Handlungen und Dialogen stehen und die die sowieso wenig detailliert und tiefgründig gezeichnete Darstellung des Protagonisten und seiner Probleme nicht gerade aufbessern.

FAZIT

Insgesamt ein Film, der zwar durch das Dunkle seiner Atmosphäre im Stil spanischer Filme und gerade durch seine etwas unkonventionelle Perspektive viele Möglichkeiten hätte, davon jedoch keine ausnutzt.
Interessante Aspekte, tiefgehende Darstellung der Psychologie eines überaus gestörten Geistes, spannende Handlungsschritte, Überraschungen – nichts davon findet sich in ‚Der Kreuzmörder‘.
Die Frage nach der Schuld für die Taten, die der Film pseudo-philosophisch versucht in den Mittelpunkt zu stellen, bleibt am Ende ungeklärt. Missbrauch durch den Pfarrer? Schlechte Erziehung der Mutter? Oder bleibt die Schuld doch bei Victor allein, der sich vielleicht doch gar nicht helfen lassen möchte?
Das schlimmste daran: Es interessiert mich nicht mal, welche Antworten der Film hätte geben wollen oder geben können. Es interessiert mich an dem Film leider überhaupt nichts. Viel ungenutztes Potenzial.

DVD / BluRay

Film

Sprache/Ton: Deutsch, DTS/Dolby Digital ; Spanisch, Dolby Digital
Untertitel: Deutsch

Extras

Trailer
Original-Trailer und deutscher Trailer.

Trailershow
Trailer für einige weitere aktuelle Ascot-Filme.

Die Extras sind also so spartanisch, wie man es aus den letzten Jahren bedauerlicherweise langsam gewohnt ist. Keine Besonderheiten, kein Booklet, aber immerhin ein Wende-Cover um das FSK-Siegel verschwinden zu lassen.

Gewinnspiel

Wir verlosen zusammen mit Ascot Elite Home Entertainment eine DVD und eine BluRay von ‘Der Kreuzmörder’.

Was muss ich tun um mitmachen zu können? Ganz einfach: Poste folgenden Tweet mit Deinem Twitter-Account und schon befindest Du Dich in der Auswahl. Unter allen Teilnehmer wird dann der Gewinner ausgelost.

Ihr mögt düstere Thriller? @Nerdtalk verlost ‘Der Kreuzmörder’ auf DVD und BluRay. Jetzt mitmachen! http://bit.ly/M9T5z2

Das Gewinnspiel läuft bis einschließlich den 24. Juni 2012.
Bitte beachtet auch unsere Teilnahmebedindungen.

Achtung! Da es sich um einen FSK-18-Film handelt, ist das Mindestalter zur Teilnahme 18 Jahre!
Wir werden den Gewinn erst nach einer Altersvalidierung rausschicken, d.h. Kopie/Foto des eigenen Personalausweises an uns schicken.

Viel Erfolg!

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3 Kommentare

  1. summerwine-lee sagt:

    Ohne jetzt Ansprüche stellen zu wollen, aber könnt ihr das vielleicht so einrichten, dass die nächsten Gewinnspiele auch für Nicht-Twitterer interessant wären. Ich meine, der Film hier wär super, aber ich möchte mich nicht extra irgendwo anmelden, wo ich nur mal für eure Gewinnspiele raufgehe.
    Wäre super toll!!!!

  2. phil sagt:

    Es ist schwer, ein Medium zu finden, dass alle Seiten zufrieden stellt: Natürlich könnten wir auch Teilnahme per Mail oder Kommentar ermöglichen – aber Gewinnspiele sind ja auch immer ein bisschen Werbung: Man will, dass die Leute vielleicht mal auf Nerdtalk.de vorbeischauen, wenn sie vorher noch nicht da waren. Und per Mail oder Kommentar wäre der gewünschte Schneeballeffekt so quasi nicht existent, weil sich alles bereits im Mikrokosmos “Nerdtalk” abspielt.
    Dass wir aber via Twitter einige User aussperren, ist uns bewusst. Eine vernünftige Lösung haben wir aber auch nicht.

    Wir werden von der DVD/BluRay jeweils ein Exemplar im Besucher-Tippspiel haben, bei dem ja seit Neustem alle mit >300 Punkten gewinnen können.
    Auch werden jeweils eine DVD/BluRay für “Spontangewinnspiele” wie vor Kurzem zum Thema “Pulp Fiction” zurückgelegt. Es wird also genug Möglichkeiten geben, die DVD zu gewinnen.

    Das nächste Gewinnspiel wird auch via Facebook oder Kommentare funktionieren. Sonntag geht es los, Aussicht dazu gibts in der morgen erscheinenden Episode.

  3. summerwine-lee sagt:

    Mutschass Grassiass!

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