Green Lantern – Filmkritik
Hal Jordan (Ryan Reynolds) ist eigentlich ein kleiner Angsthase. Als ihm aber von einem violetten Alien ein grüner Ring in die Hand gedrückt wird, ist er anfangs skeptisch und dann spricht er den Spruch, den ihm der Alien mitteilte. Ehe Hal sich versieht, befindet er sich auf dem Planeten Oa und erfährt, dass er nun einer der Green Lanterns ist: Einer Schutzvereinigung, die sich den Schutz des Universums zur Aufgabe gemacht haben. Alles, was sie sich vorstellen, können sie materialisieren.
Das violette Alien heisst Abin Sur (Temuera Morrison) und war auf der Flucht vor Parallax, einem Weltraumungeheuer, das nur durch die Macht der Furcht überleben kann. Doch der Absturz eines Aliens bleibt nicht unbemerkt und der zwielichtige Wissenschaftler Hector Hammond (Peter Sarsgaard) kommt in den Besitz des Leichnams von Abin Sur. Als Hector einen Rest von Parallax berührt, mutiert er selbst zu einer Ausgeburt der Furcht mit sehr viel Macht: Hal muss seine Superkräfte bündeln, um die Erde zu retten – und vielleicht das ganze Universum…

Zugegeben, der Trailer sagte mir so gar nicht zu. Mir fehlte irgendwie der wahre Biss an der Sache: Der Trailer zeigte zu wenig Action, um als Hirnblaser durchzugehen und zu wenig Witz, um den Film mit einer selbstironischen Person wie Thor zu füllen.
Und doch schaute ich mir den Film an – im Nachhinein stellte sich das als ganz gut heraus.
Denn “Green Lantern” ist vor allem eines: Ein solider Heldenfilm, der genau die Waage findet zwischen mächtiger Effektprotzerei und seichter Unterhaltung. Sicher, der Film hat keine wahnsinnige Story und er ist auch nicht State of The Art, was Animation betrifft. Aber gerade in 3D können bereits die Anfangsszenen eben doch überzeugen: Ein Flug durchs Weltall, ein entfernter Planet, Gase, Dämpfe, sichtbare Energieströme. Hat was, ernsthaft. Gerade Parallax konnte mich in seinen Szenen immer wieder überzeugen.
Doch auch Ryan Renolds macht seinen Job ganz gut. Irgendwie kann ich mich nicht davon lösen, in ihm den Softie-Lover zu sehen, entsprechend schwer ist es auch, ihn als Superhelden zu akzeptieren. Aber schafft man den Sprung, spielt er den anfangs zweifelnden und später ziemlich von sich überzeugten Superhelden echt recht gut.
Umso wärmer wurde ich mit dem Green Lantern-Universum an sich: Die Idee, dass Energien sich materialisieren können und zuletzt für Superkräfte sorgen, gefällt mir.
Und da sind wir schon bei dem weiteren positivem Punkt des Films: Er macht sich nicht sehr viele Gedanken um die Story, irgendwie scheint diese nur nettes Beiwerk, um Parallax und Hal Screentime zu geben. Wenn Hal seine Kräfte beigebracht bekommt, macht es einfach Spaß, den Erfolg und Misserfolg zu verfolgen. Natürlich wird auch kräftig Gebrauch von Spezialeffekten gemacht, die in 3D erst ihre wahre Wirkung entfalten: Die Energien und Anzüge wabern anstatt einfach “da” zu sein, Konfrontationen über Schluchten werden noch plastischer und die Green Lanterns an sich sind sowieso kreativ ansehnlich. Wenn dann noch so mancher Misserfolg zum Lachen einlädt, ist die Unterhaltungspackung schon ganz gut gefüllt.
Jedoch hat der Film in der Mitte einen merkbaren Bruch: Aus dem zweifelnden Hal wird innerhalb Minuten ein von sich selbst überzeugter Green Lantern mit der absoluten Kontrolle über seine Fähigkeiten – das ging etwas arg schnell. Auch passte die hollywoodtypische Liebe eher nicht in den Film, viel lieber hätte ich mehr Kampfszenen von Hal, Parallax oder Hector Hammod gesehen. Glücklicherweise war die Liebschaft ganz nett eingewebt, sodass man sich nicht komplett gestört fühlte.
Eines hat der Film trotzdem geschafft, auch durch seine Extraszene im Abspann: Ich bleibe dran. Wem Transformers zu wild ist, dafür ein Quentchen mehr Story haben möchte (nicht viel, aber immerhin ist eine vorhanden!), der ist bei Green Lanten tatsächlich gut aufgehoben: Er ist ein schöner Superheldenfilm, der ohne viel Klimbim drumherum daherkommt, sondern das draus macht, was für einen lockeren DVD-Abend angebracht ist. Nämlich ansehnliche Optik, ein durchdachtes Universum bei flacher Story, ab und zu nen Oneliner und ansonsten durch und durch ungefährliche Unterhaltungskost.
Andere Meinungen:
ingame.de
filmtogo.net
the-gaffer.de
Durchschnittliche Bewertung von "Green Lantern" bei 1 Bewertung: 7/10 Sternchen
Geschrieben von phil am 10. August 2011 unter Filmkritiken || 1 Kommentar
Tags: Blake Lively, Green Lantern, Peter Sarsgaard, Ryan Renolds, Temuera Morrison

ich bin bei dem film irgendwie noch total unentschlossen … alle meine freunde, die den film schon geschaut haben, raten mir total davon ab … mhhh