Idiocracy
Titel/Originaltitel: Idiocracy
Herkunftsland/Jahr: USA, 2006
Länge: 84 Minuten
Kinostart: 25. Januar 2007
Regie: Mike Judge
Drehbuch: Mike Judge
Darsteller: Luke Wilson, Maya Rudolph, Dax Shepard
Genre: Komödie
Für Freunde von: Luke Wilson…;-)
Offizielle Webseite – IMDB – Trailer
Andys 
Inhalt:
Menschheit – quo vadis? Wie sieht unsere Zukunft aus? Während die meisten Filme uns eine hochtechnisierte Welt zeigen, in der coole und intelligente wirklich schlaue Dinge tun (oder sich mit ihrer hohen Intelligenz gerissene Gemeinheiten ausdenken…), geht Mike Judges „Idiocrazy“ einen anderen Weg. Ausgehend von der These, dass die sozial benachteiligten wesentlich mehr Kinder in die Welt setzten als die Intellektuellen, die sich mehr ums Karriere-Vorankommen als um Nachwuchs kümmern, wird uns eine erschreckende Welt vor Augen geführt. Der absolute Durchschnitts-Soldat Joe Bauers wird durch ein misslungenes Experiment 500 Jahre in die Zukunft verschlagen. Doch anstatt der vermuteten blitzblanken High-Tech-Sauberwelt erwarten ihn Völkerscharen von verdummten Menschen, die zwar viel High-Tech haben, aber dafür keinen Grips mehr im Kopf. Mit Intelligenz hat das alles nichts mehr zu tun. Und da der Blinde auch in 500 Jahren noch unter den Einäugigen der König ist, wird Joe, der in seinem früheren Leben durch stupides Nichtstun aufgefallen ist, zum intelligentesten Menschen der Welt erklärt. Schnell erhält er vom Präsidenten der Vereinigten Staaten (ein Ex-Pornostar und Catcher) den Auftrag die Probleme der Welt zu lösen.
Andy:
Mir persönlich macht die These des Drehbuchautors auch jedes Mal Bauchschmerzen wenn ich am Hannoverschen Hauptbahnhof sitze und mir vorstelle, dass die vorbeitrottenden Gestalten irgendwann mal für meine Rente aufkommen sollen. In der gesellschaftskritischen Grundidee des Films steckt viel Potenzial. Leider wird die ganze Sprengkraft dieser allzu realistischen These bereits in den ersten fünf Minuten verballert: an dem Beispiel zweier Paare – einerseits die „Karrieremenschen“, andererseits die „Vollpfosten“ – wird die Entwicklung hin zum Volk der Verdummten sehr eindringlich und äußerst lustig verbildlicht. Während erstere „irgendwann mal Kinder wollen, wenn’s in die berufliche Planung passt“, ist bei letzteren ein „Verdammt, ich bin schon wieder schwanger!“ ein jährlich wiederkehrender Ausruf. Sehr plakativ und unterhaltsam. Hier musste ich wirklich Tränen lachen, auch wenn die Beispiele schon fast zu realistisch waren.
Leider kann die folgende Handlung rund um Soldat Joe Bauers dieses hohe Niveau zu keiner Sekunde erreichen. Anstatt ein wenig hintergründige Sozialkritik zu üben und hier und da dem Zuschauer das Weiterdenken zu überlassen, ergeht sich der Film in offensichtlichen Banalitäten mit leichtem Hang zum platten Fäkalhumor. Dass beispielsweise „Starbucks“ in 500 Jahren ein Bordell ist, weil es eine „Full Body Latte“ anbietet, zeigt in etwa das Niveau der Witze. Nur selten regen einige Spitzen wirklich zum Nachdenken an: gelungene Sozialkritik wie etwa ein Gerichtssaal voll Bandenwerbung, ist sehr selten.
Gerade auch beim Charakter des amerikanischen Präsidenten hätte man beim derzeitigen Amtsträger genug Vorlagen für bissige Real-Satire gehabt, so dass man sich den plumpen Catcher und Pornostar hätte sparen können. Ein trotteliger Präsident wie ihn Dennis Quaid bravourös in „American Dreamz“ gegeben hat, hätte wesentlich mehr Chamre gehabt als ein schwarzer Muskelprotz mit langen Haaren, der dauern “Hey Baby” und ähnliches schreit. Die Witze bleiben durchweg zu dumm und zu harmlos, als dass einen der Fortgang der Geschichte auch nur ansatzweise interessieren würde. Da erstaunt es nicht, dass der Verleiher Fox selbst für die Aufführung in den USA nicht einmal Plakate druckte, so schlecht wie der Film in Test-Screenings ankam.
Auch Luke Wilson bleibt in seiner Rolle des Durchschnitts-Soldaten mehr als unauffällig. Zwar kann das Methode und Absicht sein, aber wenn ein realer Schauspieler weniger Tiefe bringt als eine Animationsfigur, dann „Gute Nacht“. Vielleicht hätte der Film als CGI-Komödie aus dem Hause Pixar besser gewirkt. Auf jeden Fall hätten sich die „Shrek“-Macher mit Hintergründigkeit und Witz ein wenig mehr Mühe gegeben. So bleibt eine „Pups-Komödie“, die man nach den ersten fünf Minuten getrost wieder abschalten kann. Diese fünf Minuten sind aber trotz aller Kritik wirklich sehenswert!
Geschrieben von andreas am 29. Juli 2007 unter Film || 1 Kommentar
Tags: 2006, DVD, Film, Filmkritik, Filmkritiken, Komödie, Luke, Luke_Wilson, USA, Wilson

Auch ich fand die Einleitung in Idiocrazy zum Heulen komisch.
Für den weiteren Filmverlauf, war ich dann wohl doch zu Anspruchsvoll aber habe es, trotz allem, als amüsant empfunden.
Wenn man bedenkt, dass dieser Film auch die “vorbeitrottenden Gestalten vom Hannoverschen Hauptbahnhof” ansprechen und treffen soll, so finde ich die Umsetzung dieser Idee durchaus gelungen.
Zuviel Anspruch hätte die Selbstironie zerstört, welche sich durch die “flache Umsetzung in Wort, Bild und Witz” zeigt.
Gerade die Parallelen, welche sich zur derzeitigen Gesellschaft zeichen (Stichwort: Unterschichtenfernsehen, Sexifizierung usw.), werden dadurch um so wirksamer.
Der gemeine Jugendliche/Erwachsene, betroffener Zielgruppe, benötigt fast keine Hirnressourcen um zu bemerken, was er in 500 Jahren toll und lustig findet, obwohl er es heute schon durchaus so praktiziert.
Daher verdient sich der Film durchaus seine Lorbeeren.
Wie sonst, soll man die schlimmstmögliche Entwicklung der Menschheit verpacken, so das die Ursachenträger von Heute ihr manchmal schon dähmliches Dasein verstehen und im bestmöglichen Fall sich darüber amüsieren und bemerken, dass dieser Film sich genau über diese lustig macht.
Digitale Grüße.