The Green Hornet – Filmkritik
Britt Reid (Seth Rogen) ist einer von diesen Partylöwen, denen der goldene Löffel in die Wiege gelegt wurde. Doch als sein Vater (Tom Wilkinson), der Verleger des „Daily Sentinel“ stirbt, schient das schöne Leben auf Stillstand zu stehen. Kato (Jay Chou), der Diener seines Vaters, zeigt Britt einige technische Spielereien, die er für seinen verstorbenen Chef angefertigt hat: gepanzerte Autos ebenso wie eine hochmoderne Kaffeemaschine. Als Britt und Kato in einer feuchtfröhlichen Nacht Zeuge einer Straftat werden, greifen sie ein und beschließen, fortan die Stadt von zwielichtigen Typen zu befreien. Denen gefällt diese Säuberungsaktion natürlich gar nicht. Vor allem die Unterweltgröße Chudnofsky (Christoph Waltz) stört sich an den selbsternannten Superhelden. Er setzt auf The Green Hornet und ihren Assistenten ein Kopfgeld aus.

Hätte man mir vor Jahren gesagt, dass wir Seth Rogen mal in einem waschechten Superhelden-Film sehen würden, ich hätte ihn ausgelacht. Aber: es funktioniert! Natürlich ist Rogen meilenweit von der Coolness eines Christian Bale in „The Dark Knight“ entfernt, schließlich geht im dauernd etwas schief und über echte Kampferfahrung verfügt der Sohn aus reichem Hause natürlich auch nicht. Aber mit seiner lockeren, teils tollpatschigen Art und seinen frechen Sprüchen wirkt er schnell wie die sympathischere Version des Antihelden „Hancock“.
Die sich zwischen Britt und Kato entwickelnde Freundschaft wird amüsant in Szene gesetzt und wirkt glaubhaft. Cameron Diaz als Reids Assistentin bekommt als Superhirn hinter den eigentlichen Helden auch eine reizvolle Ausgestaltung ihrer Rolle verpasst. Sie ist nicht nur das kleine Blondchen, das den Kaffee kocht, sondern hat viel mehr Einfluss auf die Superhelden als sie selbst weiß. Nett arrangiert.
Ein weiteres Highlight für uns Deutsche ist natürlich die Rolle des Schurken Chudnofsky, der von Christoph Waltz hervorragend gespielt wird. Ein Bösewicht mit Minderwertigkeitskomplexen – darauf muss man erst mal kommen. Schade, dass die deutsche Synchro gerade bei ihm einiges kaputt macht. Zwar hat Waltz sich selbst synchronisiert, aber zum einen scheint es besonders irritierend zu wirken, wenn er dann nicht die Lippen synchron zu seinem eigenen Mund bewegt, zum anderen wirkte der ihm hier verliehene Akzent irgendwie aufgesetzt und nicht authentisch. Da würde sich vielleicht noch mal eine Zweitsichtung in der OV lohnen.
Auch optisch kann „The Green Hornet“ in seinen besten Szenen durchaus gefallen. Die Action-Szenen sind sehr unterhaltsam choreographiert und bieten einige sehenswerte Special-Effects. Sehr bemerkenswert war darüber hinaus eine Szene, in der sich der Bildschirm in immer weitere Spiltscreens aufteilt, sobald zwei Personen sich voneinander entfernen und der Zuschauer somit den weiteren Weg beider nachverfolgen kann.
Richtig enttäuschen kann eigentlich nur der 3D-Effekt, der hier unnötig ist wie ein Kropf. Nur selten wird die dritte Dimension wirklich gut eingesetzt, zudem wird in vielen Momenten deutlich, dass der Film nachträglich auf 3D hochgerechnet wurde. Somit funktioniert „The Green Hornet“ (vemutlich im Gegensatz zu „Resident Evil: Afterlife“) sicherlich auch im heimischen Wohnzimmer.
Alles in allem spielt „The Green Hornet“ sicherlich nicht in der Spitzenklasse der Superhelden-Adaptionen. Dennoch ist Michel Gondry hier eine unterhaltsame Verfilmung mit sympathischen Darstellern gelungen, die durchaus sehenswert ist.
Durchschnittliche Bewertung von "The Green Hornet" bei 1 Bewertung: 8/10 Sternchen
Geschrieben von andreas am 22. Januar 2011 unter Filmkritiken || 1 Kommentar

[...] Meinungen zum Film: 3D Filme, nerdtalk Teile dies mit Anderen: Geballte Action und beeindruckende Effekte – so könnte man den neuen [...]