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Black Death – Filmkritik

BlackDeath

Das Mittelalter in England. Allerorten wütet die Pest und rafft die Menschen scharenweise dahin. Da es anscheinend kein Mittel gegen die Seuche gibt, wählt das hoffnungslose Volk einen Weg, der in der Geschichte schon häufig begangen wurde: zum einen sucht man sich Sündenböcke und verbrennt Unmengen von Frauen, nur weil sie zu nah am Brunnen standen, kurz bevor ihr Dorf von der Pest heimgesucht wurde; zum anderen wird der Niedergang mit Gottes Willen erklärt. Klar, dass ein Dorf, in dem es augenscheinlich keine Pestfälle gibt, sehr suspekt ist – zudem ein heidnisches Dorf. Natürlich muss der Klerus gegen so etwas vorgehen und da das mit den Kreuzzügen ja ganz gut geklappt hat, schickt man auch dieses Mal wieder eine Truppe gewissenloser Kämpfer zu dem abgeschieden gelegenen Dorf. Der Weg dorthin ist weitgehend unbekannt, so dass der Söldnertrupp einen Novizen zu Rate zieht, der sich in der Gegend halbwegs auskennt. Gemeinsam statten sie dem Dorf einen blutigen Besuch ab…

Grafik

Was will mir dieser Film sagen? Dass das Mittelalter dunkel und düster war? Wusste ich schon. Dass die gammeligen Behausungen und die fehlenden Duschen der größtmögliche Gegensatz zu den heutigen fast keimfreien Intensivstationen ist? Wusste ich auch schon. Oder ist es die Tatsache, dass im Namen Gottes (oder auch gern mal gegen Gott) seit Jahrhunderten schwerste Gewaltverbrechen begangen werden? Dafür reicht mir eigentlich ein Blick in die Tagespresse. Kurzum: für mich war der Film so nährstoffarm wie ein Quadratmeter Arizona-Wüstensand.

Als Sittengemälde des Mittelalters mag der Film nicht recht funktionieren. Dafür bleiben fast alle Charaktere zu blass und eindimensional. Gefühlsregungen einzelner Darsteller, die durch gekonnte Mimik die Handlung hätten aufwerten können, werden Opfer einer sinnlos herumwackelnden Kamera, die jegliche Details zu einem großen Brei verwischt. Hinzu kommt ein allzeit blaugrün-gefärbtes Szenenbild, das vermutlich die vorherrschende seelische Kälte gekonnt im Bild festhalten sollte – dabei jedoch wirkt wie der coole Look eines Tony-Scott-Films. An dieser Stelle ebenfalls deplaziert.

Was bleibt sind Kampfszenen, die in ihrer Unübersichtlichkeit wohl nur noch von „Transformers“ unterboten werden und ein Story-Twist, dessen „Aha“-Effekt leider zu einem „Interessiert mich gar nicht mehr“-Debakel wird. Dass aus dem sensiblen Novizen in den letzten fünf Minuten ein herzloser Rächer wird, ist zwar gar nicht mal so uninteressant. Leider wurde das Pferd hier am Schwanz aufgezäumt. Interessanter wäre doch eine Story mit einem herzlosen Novizen gewesen, dessen Werdegang vom Paulus zum Saulus in vereinzelten Flashbacks dargestellt wird. So wirkt das Ende des Films nur wie ein belangloses „…und lebte eben nicht glücklich bis zum Ende seines Lebens, sondern wurde ganz fies und mordete und meuchelte sich durch die Lande…“, das man sich auch hätte sparen können.

Einzig die Leistung einiger Darsteller war erfreulich: Carice van Houten ist eine echte Charisma-Bombe, die mit ihrem Auftauchen den Film fortan dominiert. Auch Novizen-Darsteller Eddie Redmayne scheint Talent zu haben, während Sean Bean es vorzieht, sein Talent weiterhin in Mittelalterfilmen zu verjuxen.

Fazit: ein Film, dessen Geschichte belanglos ist, die Umsetzung dank unpassender Wackelkamera gar dilettantisch wirkt.

Durchschnittliche Bewertung von "Black Death" bei 1 Bewertung: 2/10 Sternchen

Geschrieben von am 03. Oktober 2010 unter Filmkritiken || 2 Kommentare

2 Responses

  1. Bandrix sagt:

    Ach, ich fand den Film ziemlich gut. ;)
    Zwar hast du recht, die Wackelkamera passt überhaupt nicht in Filmen dieses Genres, aber sonst war das Gezeigte ordentlich.
    Ist natürlich nur meine Meinung!

  2. Andreas sagt:

    @Bandrix:
    Die eigene Meinung sei Dir natürlich auch gelassen. ;-)
    Für meinen Geschmack hat die Wackelkamera den Film geradezu zerstört. Und das, was am Ende übrig blieb, war inhaltlich auch nicht so ganz meine Wellenlänge. Da hätte es ein paar mehr Konflikte (physischer oder lieber noch seelischer Natur) geben können, Charakterentwicklungen, die nicht so hackebeilartig abgehandelt wurden wie in den letzten 5 Minuten. Die Geschmäcker sind verschieden.

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